EMI will Bertelsmann mit Angebot für Warner Music ausbooten

Der britische Musikkonzern EMI will einem Zeitungsbericht zufolge den Bertelsmann-Konzern mit einem eigenen Angebot für die Warner-Musiksparte übertrumpfen.

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  • dpa

Der britische Musikkonzern EMI will einem Zeitungsbericht zufolge den Bertelsmann-Konzern mit einem eigenen Angebot für die Warner-Musiksparte übertrumpfen. EMI wolle die Offerte bereits in den nächsten Tagen vorlegen, berichtete der in London erscheinende "Sunday Telegraph" am Sonntag. Nach bisherigem Stand sollen Bertelsmann und der weltgrößte Medienkonzern AOL Time Warner bereits in entscheidenden Gesprächen über die Fusion ihrer Musiksparten BMG und Warner Music gewesen sein.

Zuletzt hatte es Mitte des Monats in Medienberichten geheißen, eine Exklusivitätsvereinbarung, die Verhandlungen mit anderen Konzernen ausschließt, sei bis Ende August verlängert worden. Offiziell halten sich die Unternehmen bedeckt.

Der Zusammenschluss von EMI und Warner Music hätte ein Volumen von 600 Millionen Pfund (840 Mio. Euro) und würde den weltweit größten Musikkonzern hervorbringen, hieß es weiter. Bei EMI sind Stars wie Kylie Minogue, Robbie Williams und Coldplay unter Vertrag, bei Warner Größen wie Madonna, REM oder Craig David. EMI warte ab, wie sich die Gespräche zwischen Bertelsmann und AOL an diesem Wochenende entwickelten, schrieb der "Telegraph".

EMI bezeichnete die kartellrechtlichen Risiken für den Kauf nach den Angaben als "minimal". Bereits im Jahr 2000 hatten die damalige Time Warner und EMI eine Fusion geplant. Dieser Zusammenschluss wurde jedoch damals wegen massiver Wettbewerbs-Bedenken der EU-Kommission abgeblasen. Die EU-Kommission hatte weit gehende Zugeständnisse gefordert, um eine marktbeherrschende Stellung des neuen Verbundes zu verhindern.

Seit Anfang dieses Jahres ist die Musikbranche von den Konsolidierungsbemühungen der fünf großen Musikkonzerne BMG, Warner, Sony Music, Universal und EMI geprägt. Sie kontrollieren zusammen rund 72 Prozent des weltweiten Musikmarktes, erleiden aber drastische Umsatzeinbrüche, unter anderem infolge des Herunterladens von Musik aus dem Internet. (dpa) / (se)