OLEDs bringen den Bildschirm auf Folie

Eine Forschergruppe hat erstmals niedermolekulare organische Leuchtdioden, so genannte OLEDs, entwickelt, die schon bei einer Spannung von 2,5 Volt die nötige Helligkeit für Bildschirmanwendungen liefern.

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Von
  • Frank Möcke

Eine Forschergruppe um Professor Karl Leo am Institut für Angewandte Photophysik der Technischen Universität Dresden hat erstmals niedermolekulare organische Leuchtdioden, so genannte OLEDs, entwickelt, die schon bei einer Spannung von 2,5 Volt die nötige Helligkeit für Bildschirmanwendungen liefern. Da die organischen Schichten sehr dünn sind, eignen sich OLEDs für den Aufbau von Bildschirmen auch auf flexiblen Materialien, etwa auf Folie. Optimisten gehen von OLED-Anwendungen aus, die ganze Wände oder Litfasssäulen als Bildschirme nutzen können.

Organische Leuchtdioden benötigen nur eine aktive Schicht von einem zehntausendstel Millimeter, zwei dünne Metallkontakte und ein billiges Substrat. Erste OLEDs sind schon auf dem Markt erhältlich (zum Beispiel in einem Pioneer-Autoradio). Fünf Vorteile stellt die Forschergruppe heraus: Kostengünstig in der Herstellung liefern sie beliebige Farbe in bestechender Brillanz, die auch bei seitlicher Betrachtung nicht nennenswert abnimmt, sie stellen exzellent Bewegtbilder dar und haben einen geringen Energieverbrauch.

Ihre Funktion beruht auf einem einfachen Prinzip: Eine organische Halbleiterschicht wird auf der einen Seite mit einem edlen, auf der anderen Seite mit einem unedlen Metall kontaktiert. Legt man einen Spannung an, so werden vom einen Kontakt positive Ladungen (Löcher), vom anderen negative Ladungen (Elektronen) in den Halbleiter gedrängt. Wenn sich die beiden Ladungen treffen, neutralisieren sie sich gegenseitig. Die dabei frei werdende Energie wird als Licht abgestrahlt. (fm/ct) / (se)