IFA

Grundig sieht Übernahmechancen verbessert

Auf der IFA zeige sich, dass der Name Grundig beim Handel noch ziehe, meinte ein Sprecher des insolventen Unterhaltungselektronik-Herstellers.

vorlesen Druckansicht 39 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Der Unterhaltungselektronik-Hersteller Grundig blickt nach der Internationalen Funkausstellung in Berlin optimistischer in die Zukunft. Denn die Chancen für eine rasche Übernahme des in Insolvenz befindlichen Unternehmens hätten sich verbessert. "Eine Übernahme ist schon in den kommenden Wochen denkbar", sagte Hubert Roth, Leiter Marketing und Vertrieb. Die vorliegenden Angebote werden wegen des guten IFA-Geschäfts sicherlich auch noch erhöht, äußerte sich der Vertriebschef zuversichtlich. Ursprünglich wollte Grundig bereits zur IFA Namen von Käufern für einzelne Bereiche nennen.

Auf der Messe habe sich ausgezahlt, dass zuvor mit einschneidenden Maßnahmen die Weichen in Richtung Zukunft gestellt wurden. Als wichtigsten Schritt nannte Roth die Entscheidung, Fernsehgeräte mit Bildröhren in der Größe von 14 bis 32 Zoll in der Türkei produzieren zu lassen. "Untersuchungen haben gezeigt, dass wir damit sofort den Break-even erreichen können", erläuterte Roth. Die ersten Fernseher der Marke Grundig aus dieser Produktion sollen im September ausgeliefert werden. "Der Kunde wird keinen Unterschied zu früheren Geräten bemerken", versicherte der Marketingleiter. Qualitätstests seien erfolgreich gewesen. LCD-Flachbildschirme werden an anderen Standorten gefertigt, hieß es.

Eine Auftragsvergabe in die Türkei sei wegen der Kostensituation unvermeidlich gewesen. Die Bruttospanne werde nun deutlich verbessert. Während andere Anbieter bereits in Osteuropa oder der Türkei fertigen ließen, habe Grundig teuer in Mitteleuropa produziert. Im Unternehmen würden Forschung und Entwicklung verbleiben, weshalb Grundig nicht zu einem reinen Handelshaus herabgestuft werde. "Es soll noch bestimmt werden, was produziert wird", bekräftigte Roth.

Auf der weltgrößten Branchenmesse in Berlin zeige sich, so Roth, dass der Name Grundig beim Handel noch ziehe. "Wir sind mit wackeligen Knien zur Messe gekommen", räumte er ein. "Doch nach nur vier von sechs IFA-Tagen liegen wir bei den Bestellungen über dem Plan." (dpa) / (jk)