Ersatz fĂĽr 45-Watt-Athlons
In einigen PC-Bauvorschlägen, die die c’t in den letzten Monaten (und im Ratgeber-Sonderheft „Hardware“) veröffentlicht hat, kommt der Dual-Core-Prozessor AMD Athlon X2 4850e mit 2,5 GHz Taktfrequenz und 45 Watt Thermal Design Power (TDP) zum Einsatz. Diese CPU ist kaum noch beziehungsweise nur zu Mondpreisen erhältlich. Welchen möglichst sparsamen Prozessor kann man also stattdessen verwenden?
In einigen PC-Bauvorschlägen, die die c’t in den letzten Monaten (und im Ratgeber-Sonderheft „Hardware“) veröffentlicht hat, kommt der Dual-Core-Prozessor AMD Athlon X2 4850e mit 2,5 GHz Taktfrequenz und 45 Watt Thermal Design Power (TDP) zum Einsatz. Diese CPU ist kaum noch beziehungsweise nur zu Mondpreisen erhältlich. Welchen möglichst sparsamen Prozessor kann man also stattdessen verwenden?
Die kĂĽrzlich angekĂĽndigten 45-Watt-Doppelkerne Athlon-II-X2-Version 240e und 235e aus der 45-Nanometer-Fertigung laufen auch auf vielen AM2+-Mainboards.
In den Neulingen steckt K10- statt K8-Technik, sie erreichen höhere Taktfrequenzen und haben mehr L2-Cache als ein Athlon X2 4850e; deshalb rechnen sie in einigen Benchmarks auch wesentlich schneller. Es handelt sich um Prozessoren für die Fassung AM3, also mit integriertem DDR3-Speichercontroller, die aber auch auf Mainboards mit Fassungen für AM2+-Prozessoren und DDR2-Speicher laufen, sofern es für das jeweilige Board ein passendes BIOS-Update gibt. Dieses sollte vor der Installation des 45-nm-Prozessors auch eingespielt worden sein.
Wir haben das im Hardware-Sonderheft empfohlene Asus-Mainboard M3A78-EM probeweise statt mit dem Athlon X2 4850e mit dem (inklusive Kühler, also als Box-Version) etwa 50 Euro teuren Athlon II X2 240 (65 Watt TDP) bestückt sowie mit einem Vorserienmuster des 240e. Ergebnis: Unter CPU-Volllast schluckt das System mit dem 45-Watt-Neuling genau so viel Leistung wie mit dem Vorgänger, nämlich 89 Watt; die billigere 65-Watt-CPU braucht lediglich 8 Watt mehr.
Leider liegt aber die Leistungsaufnahme des Rechners im Leerlauf mit den Neulingen höher: Statt 43 Watt stehen dann jeweils 52 Watt an. Selbst wenn man im BIOS-Setup des Asus-Mainboards den C1E-Stromsparmodus aktiviert, der unter Umständen die USB-2.0-Datentransferrate negativ beeinflusst, sind es noch 49 Watt.
Andere Mainboards betreiben den Athlon II X2 sparsamer, etwa das für den Billig-PC-Bauvorschlag aus c’t 17/09 verwendete Biostar A760G M2+. Hier stieg die Leistungsaufnahme des Systems mit dem X2 240 im Vergleich zur 4850e-Bestückung im Leerlauf um 5 auf 42 Watt. Es lässt sich also zurzeit keine klare Empfehlung für den Einsatz der 45-Nanometer-Athlons aussprechen, wenn ein PC im Leerlauf besonders sparsam arbeiten soll – die Leistungsaufnahme schwankt je nach Mainboard bei gleicher CPU erheblich. Kommen aber ohnehin noch Komponenten zum Einsatz, die den Leerlauf-Strombedarf des Rechners steigern, beispielsweise eine separate Grafikkarte oder mehrere Festplattenlaufwerke, dann spielt der Energiebedarf des Prozessors keine so große Rolle.
(ciw)