Internet-Apotheken sind oft nicht billiger
Nach einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-WĂĽrttemberg sind Medikamente aus Internet-Apotheken oft nicht billiger als Produkte vom Pharmazeuten "um die Ecke".
Medikamente aus Internet-Apotheken sind oft nicht billiger als Produkte vom Pharmazeuten "um die Ecke". Zu diesem Fazit kommt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart, die für drei Präparate einen Kostenvergleich in 30 Online-Apotheken erhoben hat. Die Web-Apotheken operieren derzeit vom Ausland aus. Nach der Gesundheitsreform sollen ab Anfang 2004 Medikamente aber auch innerhalb Deutschlands per Internet vertrieben werden können.
Den Verbraucherschützern zufolge lagen die Kosten für die drei Präparate selten unter denen normaler Apotheken. Teilweise waren sie sogar erheblich teurer. Für zehn Kapseln des Potenzmittels Viagra zum Beispiel hätten die Internet-Apotheken zwischen 39 und 324 Euro samt Versandkosten gefordert -- normale Apotheken berechnen für das verschreibungspflichtige Mittel 133 Euro. Für zehn Tabletten eines Kopfschmerzmittels wurden online zwischen 1 und 7,10 Euro berechnet, in der Apotheke waren 2,10 Euro fällig.
Keiner der 30 untersuchten Online-Anbieter habe die Kunden über das Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen informiert, so die Verbraucherschützer. Danach kann ein Kunde innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Waren vom Kauf zurücktreten. Auch informieren nur knapp 60 Prozent der Online-Apotheken über ihre Geschäftsbedingungen.
Die Verbraucherzentrale rät grundsätzlich davon ab, verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Kontrolle über das Internet zu beziehen. Auch sollten die Preise und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter im Web kontrolliert werden. (dpa) / (wst)