IBM-Chef fordert Forschungsoffensive für Deutschland

Das Unternehmen feiert den 50. Geburtstag des Forschungslabors Böblingen.

vorlesen Druckansicht 78 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • dpa

Deutschland braucht nach Einschätzung des hiesigen IBM-Chefs Walter Raizner eine neue Offensive für Forschung und Entwicklung. "Wir müssen uns auf die Bereiche konzentrieren, die uns im internationalen Vergleich stark machen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der IBM Deutschland. In einer globalisierten Welt könne das Land im Produktionssektor und mit Dienstleistungen nicht mehr an die Spitze zurückkehren. IBM wird heute den 50. Geburtstag seines Entwicklungslabors in Böblingen feiern.

Raizner begrüßte die Reformankündigungen der Bundesregierung. "Es ist richtig, dass man einen Schritt nach vorn macht, aber das reicht noch nicht." Der Manager forderte eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen und Behörden. Der Staat müsse als eine Art Verkehrspolizist Zukunftsbereiche wie Nanotechnologie oder Biowissenschaften gezielter mit steuerlichen Anreizen unterstützen. In der Pharmaforschung sei Deutschland beispielsweise "ganz dramatisch zurückgefallen". Er sehe hier zu Lande jedoch einen «guten Nährboden» für technologische Innovationen. Es sei eine Stärke des deutschen Schulsystems, dass bereits in den Gymnasien naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt würden.

IBM gebe für Forschung und Entwicklung in Deutschland so viel Geld aus wie die nächsten zehn internationalen Unternehmen in der Branche zusammen, betonte Raizner. Der Konzern bleibe trotz seines Wandels vom Hardware-Hersteller zum Dienstleister ein Technologie- Unternehmen. "Wir sind stolz auf das Labor. Böblingen hat es immer geschafft, die Nase vorn zu haben, und steht in der IBM ganz hervorragend da." Die deutsche Entwicklungsabteilung mit rund 1700 Mitarbeitern sei ein Beispiel dafür, dass zielgerichtete Forschung zum Erfolg führe. Allein mit Patenten und Erträgen aus Lizenzen erwirtschaftete IBM im vergangenen Jahr weltweit 1,1 Milliarden US- Dollar (982 Mio Euro). (dpa)/ (tol)