Südkorea und Japan haben bei High-Speed die Nasen vorn
Eine Studie der International Telecommunication Union bescheinigt Südkorea die meisten Breitbandanschlüsse und Japan die schnellsten Übertragungsraten.
Südkorea hat den weltweit höchsten Pro-Kopf-Anteil an High-Speed-Internetverbindungen. Das ergab eine Studie der UN-Unterorganisation International Telecommunication Union (ITU) in Genf. Zwischen 60 und 70 Prozent aller Haushalte in Südkorea sind demnach Breitbandnutzer; Internet-Cafes sind "fast an jeder Ecke" zu finden, sagt Taylor Reynolds als einer der Autoren der Untersuchung.
Die ITU zählt in ihrem 196-seitigen Bericht Anfang 2003 weltweit etwa 63 Millionen Hochgeschwindigkeits-Anschlüsse, größtenteils digital oder über das TV-Kabelnetz gespeist. Südkorea stellt mit 10 Millionen Usern den Löwenanteil dieser Zahl. 21,3 von 100 Einwohnern besitzen dem Bericht zufolge High-Speed-Verbindungen. An zweiter Stelle folgt Hongkong mit 14,9 Prozent, Dritter ist Kanada mit 11,2 Prozent. Die USA haben zwar mit 19,9 Millionen die meisten Anschlüsse in einem Land, in der Pro-Kopf-Wertung erreichen sie mit 6,9 Prozent allerdings nur Platz 11.
Als sehr zukunftsträchtig gilt der ITU Japan, das mit 7,1 Prozent auf dem 10. Platz der Auswertung steht. Dort werden laut der Studie die schnellsten Übertragungsraten zu den günstigsten Preisen vermarktet. Reynolds sieht den Schlüssel hierzu in der Vielfalt der Angebote. Die starke Konkurrenz belebe das Geschäft der Provider. Zusätzlich haben die Regierungen Japans und Südkoreas die Netzbetreiber dazu verpflichtet, vorhandene Leitungen Mitbewerbern günstig anzubieten. Ein Breitbandanschluss kostet in Japan monatlich umgerechnet zirka 21,65 Euro. Weltweit kosten High-Speed Internetzugänge laut der Studie durchschnittlich zwischen 26,50 und 45 Euro. Finnen müssen mit 148 Euro am tiefsten in die Tasche greifen, die US-Amerikaner bezahlen 47,50 Euro.
Zum Thema siehe auch:
- Langsameres Wachstum der Zahl der US-Breitbandanschlüsse
- Mit Breitband-Verbindung zum TV-Weltempfänger
- US-Forscher stellen neuen Internet-Geschwindigkeitsrekord auf