Algol: Wachstum aus eigener Kraft nicht möglich
Algol benötigt für die weitere Expansion einen finanzkräftigen Partner. In ScanSource sehen die Kölner ihren Wunschpartner, der sie bei einigen wichtigen Herstellern mit einem Schlag zum weltweit größten Distributor macht. Und der US-Distributor bekommt mit der Liebeshochzeit eine Fuß in den deutschen Markt.
(Bild: Algol)
Die Übernahmeverhandlungen waren nur einem kleinen Kreis bekannt. Weder beim amerikanischen Value Added Distributor ScanSource noch beim VAD Algol Europe GmbH drangen trotz der langen Verhandlungen Informationen nach draußen. Am Donnerstag vergangener Woche lüfteten die beiden Spezialdistributoren ihr streng gehütetes Geheimnis: ScanSource wird Algol Europe übernehmen. Sobald das Kartellamt grünes Licht gibt – Ende November wird angepeilt – firmiert der Kölner Netzwerk- und TK-Distributor um in ScanSource Communications GmbH.
Anders als bei ähnlichen Übernahmen wurde die Bekanntgabe in der Algol-Zentrale mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen. Endlich, so heißt es, könnten längst überfällige Wachstumsziele angepeilt werden. Denn aus eigener Kraft sei dies nicht möglich gewesen. Zudem handle es sich bei dem US-Distributor, der vor allem mit Sprach-, Daten- und Videokommunikationslösungen im vergangenen Geschäftsjahr 2009 weltweit etwa 1,85 Milliarden US-Dollar (Cash Flow: 143 Millionen Dollar) erwirtschaftete, um einen Wunschkandidaten. Algol hat zuletzt einen Umsatz von etwa 46 Millionen Euro ausgewiesen.
Im Interview mit Marianne Nickenig, Managing Director Algol Europe, hat heise resale nach den Hintergründen der Übernahme gefragt.Im