Kühle Zeiten
Die einen lassen sich impfen, die anderen schwören auf Hausmittel. Auch wenn Wadenwickel bei einer Pandemie nicht unbedingt das Mittel der Wahl sind, bei einer herkömmlichen Erkältung haben sie sich allemal bewährt.
- Diane Sieger
Man könnte meinen, die Tiere sind schuld: Erst war es die Vogelgrippe, jetzt ist es die Schweinegrippe, die bei vielen für Unsicherheit sorgt. Erste Symptome dieser nicht ungefährlichen Krankheiten sind denen einer vergleichsweise harmlosen Erkältung relativ ähnlich. Grund genug, sich etwas Hintergrundwissen anzueignen.
Wer nicht weiß, was eine Erkältung überhaupt ist, sollte den Beratungstermin bei der Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Dr. Angela Schelling beim Netdoktor wahrnehmen. Von der Entstehung über die Symptome bis hin zur schulmedizinischen Therapie bietet ihr Onlineartikel einen leicht verständlichen Einstieg ins Thema. Mit diesem Wissen ist es nicht schwer, in die Behandlung leichter Erkältungssymptome mithilfe von Hausmitteln einzusteigen.
Oftmals ist Halsschmerz das erste Symptom einer Erkältung. Wer früh mit der Behandlung anfängt, kann häufig Schlimmeres verhindern. Eine umfangreiche Auflistung schmerzlindernder, natürlicher Hausmittel – ob Kartoffelwickel oder verquirltes Eigelb in lauwarmem Wasser- bietet sich an: einfach die Liste mit den im Haushalt zur Verfügung stehenden Materialien abgleichen und ein passendes Rezept ausprobieren.
Husten ist ebenfalls ein häufiges Symptom der Erkältung, auch hier bietet die genannte URL eine Reihe von Hausmittelchen zum Ausprobieren an, etwa die Rezepte für einen Zwiebel-Zucker-Saft oder das Hustenbier, bei dem warmes Bier mit flüssigem Honig verrührt wird. Wohl bekomms.
Staubsauger für geplagte Nasen
Eine der nervigsten Begleiterscheinungen bei Schnupfen ist das Naselaufen – nicht nur, dass man immer ein Taschentuch zur Hand haben muss, ständiges Reiben machen die empfindliche Haut rund um die Nasenspitze rot und wund. Glaubt man dem ungarischen Hersteller der Nasenreinigungsanlage Arianna, sollte das der Vergangenheit angehören – zumindest, was Kindernasen angeht. Das Produkt, beschrieben durch ein Anleitungsvideo, erlaubt das Absaugen des Nasenschleims mithilfe eines handelsüblichen Staubsaugers. Was wie eine Satire klingt, meint der Hersteller tatsächlich ernst.
TV-Moderator Ranga Yogeshwar hat in seiner Fernsehsendung Quarks & Co das Thema Erkältung genauer unter die Lupe genommen und fünf der größten Irrtümer rund um die Winterkrankheit aufgedeckt. Bekommt man von nassen Haaren eine Erkältung? Stärkt kalt duschen die Abwehrkräfte? Oder hilft Vitamin C bei der Vorbeugung gegen Erkältungskrankheiten? Unter dem Stichwort „Schnupfen, Husten, Heiserkeit“ beantwortet er diese Fragen und mehr.
Nicht immer kommt man im Herbst oder Winter mit einer simplen Erkältung davon, gerade in den letzten Monaten des Jahres sowie nach Jahresanfang grassiert die Grippe in Europa. Grund für die Grippewelle ist, dass Influenzaviren bei niedrigen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit länger infektiös bleiben, wie Wikipedia zu berichten weiß. Je höher die Außentemperatur, desto kürzer die Lebensdauer der Viren, weshalb Erkältungen in den Sommermonaten selten vorkommen.
Wie weit sich die Grippewelle in den deutschen Bundesländern bereits ausgebreitet hat, lässt sich auf der Deutschlandkarte auf dem Complex-O-Meter feststellen. Ist die Karte grün eingefärbt, besteht kaum Gefahr, sich mit Influenzaviren anzustecken. Sollte sie sich jedoch gelb oder gar rot verfärben, heißt es aufpassen, denn der Kollege könnte bereits erkrankt sein und die Viren fleißig verteilen.
Ein wirksamer Schutz vor Grippeviren ist das regelmäßige Händewaschen. Wer das nicht glaubt, sollte sich den Videoclip der Aktion "Wir gegen Viren" des Robert Koch Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ansehen. Es stellt anschaulich dar, wie einfach man im täglichen Leben mit den Erregern in Kontakt kommen kann. Von dieser Site aus kann man sich auch schnell und einfach in den Bestellbereich für Infomaterialien bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durchklicken. Besonders interessant sind hier die kostenlos erhältlichen Aufkleber, die den Arbeitskollegen daran erinnern, sich die Hände nach jedem Toilettengang gründlich zu reinigen (siehe das Bestellformular).
Der Kampf gegen die Viren
In diesem Jahr gesellt sich zur Angst vor der saisonalen Grippe ein weiterer Panikfaktor: das H1N1-Virus, im Volksmund auch Schweinegrippe genannt. Bislang ist Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern noch relativ glimpflich davongekommen, zumindest wenn man die Anzahl der Erkrankungen beziehungsweise Todesfälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl betrachtet. Im Winter steigt allerdings die Wahrscheinlichkeit einer raschen Verbreitung des Virus. Bereits im Juni warnte der Mikrobiologe Alexander Kekulé im Handelsblatt davor, dass im Herbst die Anzahl der Erkrankungen steigen könnte.
Einen Redakteur des Hamburger Abendblatts hat die Schweinegrippe bereits im August nach einem Aufenthalt auf Mallorca erwischt. In seinem Bericht kann man nachlesen, „wie ein Kranker zum Ausgestoßenen wird“.
Wer mehr über das neuen Grippevirus H1N1 wissen möchte oder grundsätzlich an Details zum Thema Pandemie interessiert ist, dem seien die Informationen des Robert Koch Instituts empfohlen. Eine sehenswerte Präsentation erklärt genau, wie eine Influenza entsteht und sich verbreitet. Auch auf Schutzvorkehrungen und zu treffende Vorsichtsmaßnahmen im Pandemiefall gehen die Ausführungen ein. Ist man ausgiebig informiert, lässt sich die weltweite Entwicklung bei FluTracker im Auge behalten.
Im kostenlosen Onlinespiel „The Great Flu“ dreht es sich ebenfalls um das Thema Pandemie. Nachdem der Spieler durch Auswahl eines Virus den Schwierigkeitsgrad festgelegt hat, steht er vor der Aufgabe, die Welt vor dessen Ausbreitung zu schützen. Zur Verfügung stehen dafür verschiedene Mittel und Wege, beispielsweise die Distribution von Gesichtsmasken, die Einlagerung von Medikamenten, das Schließen von Schulen oder schlicht und einfach die Aufklärung der Bevölkerung. Das Spiel vereint ein ernstes Thema mit fesselndem Spielmechanismus und schafft es damit, dass sich auch Personen mit der Problematik einer Pandemie auseinandersetzen, die das vielleicht sonst nicht getan hätten. (ka)