Trubel um Insolvenz des Nachfolgers von Cable & Wireless Deutschland

Die RBS Communications GmbH zeigt Kunden und Mitarbeitern die kalte Schulter.

vorlesen Druckansicht 51 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Torge Löding

Da steht Ärger ins Haus: Seit dem 04. Juli heißt Cable & Wireless Deutschland nun RBS Communications GmbH und zum Bedauern vieler Kunden und Mitarbeiter hat sich vieles geändert. "Wir hatten von C&W eine Standleitung. Mit der Qualität und dem Service waren wir immer zufrieden", heißt es in der E-Mail einer Firma an heise online. Der Geschäftsführer dieser Firma, der namentlich nicht genannt werden möchte, ist mit dem was seit Juli geschah sehr unzufrieden. Und damit ist er nicht allein, was einige weitere Mails von deutschen C&W-Kunden an heise online belegen.

"Wir haben nicht einmal 28 Tage vor Einstellung der Dienstleistung von RBS eine Kündigung erhalten, also überhaupt nicht fristgerecht. Auf zwei Schreiben unseres Anwaltes hat der Rechtsnachfolger von Cable & Wireless aber überhaupt nicht reagiert", ärgert sich der Geschäftsführer der Hamburger Stanko & Partner GmbH. Einzige Reaktion war ein Fax der RBS-Anwälte vom 18. September, in dem die Umleitung der Zahlungen auf ein neues Konto verlangt wird. "Eine Frechheit", finden viele.

Während sich kein Vertreter von RBS Communication Systems GmbH zu einem Kommentar gegenüber heise online bereit findet, äußert sich die Sprecherin von Cable & Wireless Telecommunication GmbH, Helga Krezdorn, enttäuscht. "Am 4. Juli haben wir unser nationales Geschäft in Deutschland an ein Schweizer Unternehmen verkauft. Ich bin auch davon überrascht, dass diese Firma ihre Tätigkeit jetzt einstellt. Das ist absolut nicht im Sinne von Cable & Wireless und tut mir leid".

Leid tun wird die Entwicklung vermutlich auch den Mitarbeitern von Ex-Cable & Wireless Deutschland. Im Juli wurden sie bei RBS weiterbeschäftgt und bereits jetzt kommt das Aus für diese Firma. Solidarität finden sie bei einigen unzufriedenen C&W-Kunden. In einer E-Mail an heise online heißt es: "Ich schreibe Ihnen das alles, weil ich denke dass Cable & Wireless in der Presse etwas zu gut wegkommt. Die kündigen allen bis auf ganz wenigen Kunden (internationale Großkonzerne wie BMW) und das mitten in der Urlaubszeit. Dann verschieben sie die Angestellten in eine Beschäftigungsgesellschaft und kaum ist diese gegründet, lassen sie die wieder pleite gehen".

Den Verkauf des Deutschland-Geschäftes versteht der angeschlagene britische Telecom-Dienstleister Cable & Wireless als Teil eines Sanierungskonzeptes, in dessen Rahmen international mehr als 1500 Arbeitsplätze vernichtet werden. Auch das USA-Geschäft wird eingestellt. (tol)