SAP nimmt Stellung zur Sun-Übernahme
Das Software-Unternehmen widerspricht der Darstellung des Wall Street Journals, das Unternehmen wolle Oracle bei der Übernahme von Sun unterstützen, indem es sich bei der EU-Kommission dafür einsetze.
- Jürgen Diercks
Das Software-Unternehmen SAP widerspricht einem Bericht des Wall Street Journal, laut dem Vorstandssprecher Léo Apotheker angedeutet habe, er könne Oracle bei der geplanten Übernahme von Sun bei der derzeitigen Untersuchung der EU-Kommission unterstützen. Laut SAP-Mitteilung kam die Zeitung zu dieser Einschätzung aufgrund eines ihr zugespielten Briefes, den Apotheker an Oracles CEO Larry Ellison geschrieben hatte.
SAP betont, immer gesagt zu haben, dass das Unternehmen offene Lösungen und freie Wahlmöglichkeiten für Kunden befürworte, sich jedoch insbesondere Sorgen um die Zukunft von Java mache. Auch die fehlende Wahlmöglichkeit der Kunden im Datenbankengeschäft könnte künftig zum Problem werden.
Laut SAP schrieb Apotheker Mitte September an die Vorstandsvorsitzenden von Sun und Oracle, um seine Vorbehalte mitzuteilen und einen Dialog in Gang zu setzen. Angeblich bekam er keine Antwort, stattdessen landete der Brief beim Wall Street Journal. SAP äußerte seine Bedenken auch gegenüber der EU-Kommission. Diese hat große Vorbehalte gegen die Fusion. Das US-Justizministerium hat der Übernahme bereits zugestimmt. (jd)