Telekom Austria mit Nettoverlust
Umfangreiche Abschreibungen auf die weiĂźrussische Tochter und bei der serbischen Mobilfunklizenz lassen den Konzern 136 Millionen Euro in roten Zahlen schreiben.
Die Telekom Austria Group (TA) hat im dritten Quartal 352 Millionen Euro beim Wert ihrer weißrussischen Tochter sowie bei ihrer serbischen Mobilfunklizenz abgeschrieben. Dadurch ist das Quartalsergebnis des Konzerns auf minus 136,3 Millionen Euro eingebrochen gegenüber einem Nettoüberschuss von 162,9 Millionen im dritten Quartal 2008. Ohne den Aufwand aus Wertminderungen betrug der Nettoüberschuss 122,7 Millionen Euro. Besonders zu schaffen machten der TA unvorteilhafte Wechselkursentwicklungen und die schwache Konjunktur in ausländischen Märkten. Als Folge werden die Investitionen zurückgefahren.
Der Quartalsumsatz ist um 7,3 Prozent auf 1,232 Milliarden Euro zurückgegangen, der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gar um 9 Prozent auf 489,8 Millionen Euro. Dabei hatte die TA schon mit einer Reduktion der Investitionen gegengesteuert. Für das Gesamtjahr 2009 sollen statt der noch im August prognostizierten 800 Millionen nur noch 700 Millionen Euro für Anlagenzugänge ausgegeben werden.
Die österreichische Festnetzsparte verliert zwar immer noch Kunden, aber nicht mehr so rasant wie früher. Ende September wurden 7000 Anschlüsse weniger gezählt als Anfang Juli. Umsätze und EBITDA sind weiter rückläufig. Diesen Trend konnte auch eine Einmalzahlung der Republik Österreich über 10,2 Millionen Euro für Investitionen in Telecom-Überwachungsanlagen nicht umkehren.
Auch im Mobilfunkbereich, bei dem TA neben Österreich, Weißrussland und Serbien auch in Bulgarien, Kroatien, Liechtenstein, Mazedonien und Slowenien tätig ist, kann das Unternehmen nicht ganz an frühere Erfolge anschließen. Obwohl in allen Ländern die Kundenzahlen stiegen, sind die Umsätze um 7,14 Prozent auf 831,8 Millionen Euro zurückgegangen. Das EBITDA ist gar um 10,4 Prozent auf 337,5 Millionen Euro gefallen.
Die TA überprüft derzeit, die erst seit 2007 bestehende Firmenstruktur erneut umzukrempeln. Damals wurde der österreichische Festnetz-Betrieb in eine eigene Telekom Austria TA AG ausgegliedert, die seither unter dem Dach der zur Holding reduzierten Telekom Austria AG gleichberechtigt neben der Mobilkom Austria Group besteht. Kommendes Jahr könnten Mobilfunk- und Festnetzsparte fusioniert werden, dies ist aber noch keine beschlossene Sache. (anw)