Grafikkarte extern betreiben

Etwas vorschnell habe ich mir einen PC zugelegt, dessen Steckplätze für Erweiterungskarten für meine Zwecke ungeschickt angeordnet sind: Die Grafikkarte, die ich einbauen möchte, belegt zwei Slots und verdeckt deshalb einen PCI-Steckplatz, den ich ebenfalls benötige. Kann ich PCI- oder PCIe-Karten auch extern anschließen?

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Etwas vorschnell habe ich mir einen PC zugelegt, dessen Steckplätze für Erweiterungskarten für meine Zwecke ungeschickt angeordnet sind: Die Grafikkarte, die ich einbauen möchte, belegt zwei Slots und verdeckt deshalb einen PCI-Steckplatz, den ich ebenfalls benötige. Kann ich PCI- oder PCIe-Karten auch extern anschließen?

Zum externen Anschluss von PCI- und PCIe-Karten an Desktop-PCs oder Notebooks gibt es zwar einige Spezialgehäuse, die aber entweder sehr teuer oder nur mit bestimmten Karten nutzbar sind.

Grundsätzlich sind bei der externen Anbindung von Erweiterungskarten drei Probleme zu lösen: außer der eigentlichen Datenverbindung auch Stromversorgung und Kühlung. Bei der Datenverbindung besteht das Problem, dass PCI und PCIe eigentlich nur für sehr kurze Leitungslängen entwickelt wurden, sich also nicht ohne Weiteres verlängern lassen. Die Spezifikation für PCIe-Kabel zielt eher auf Spezialanwendungen.

Auch die Stromversorgung kann aufwendig ausfallen. „Gewöhnliche“ PCI- und PCIe-Karten dürfen maximal 25 Watt Leistung aufnehmen und brauchen mehrere Versorgungsspannungen. PCIe-x16-Grafikkarten dürfen bis zu 75 Watt verheizen, solche mit Zusatzsteckern noch mehr. Bei hoher Leistungsaufnahme erfordert die Kühlung zusätzliche Lüfter in einer externen Kartenbox.

Wegen der erwähnten Schwierigkeiten gibt es kaum universelle externe Erweiterungsboxen. Für Industrie-PCs und Spezialanwendungen liefert die US-Firma Magma seit Jahren externe Boxen für eine oder mehrere Erweiterungskarten, die Preise beginnen hier bei etwa 500 US-Dollar. Zu den Geräten gehören jeweils eine Adapterkarte für den PC, ein Verbindungskabel und ein Netzteil. Für eine ExpressBox mit mehr als einer PCI-Express-Lane werden mindestens 1900 US-Dollar fällig. Noch teurer sind die externen Grafiksubsysteme namens QuadroPlex von Nvidia. Wesentlich billiger war wiederum der „Graphic Booster“ für das Fujitsu-Notebook Amilo SA 3650 – aber der passte eben nur an dieses Notebook.

Für rund 210 Euro verkauft ARP Datacon externe Boxen von Exsys für je vier PCI-Karten; die Anbindung erfolgt dabei über eine PCI-Express-x1-Karte. Das Gerät funktionierte im Test (c’t 19/07, S. 73) mit mehreren PCI-Karten, hatte aber mit bestimmten Mainboards Probleme. Eine universelle und flexible Lösung zum externen Anschluss von Erweiterungskarten gibt es also nicht. (ciw)