Klage wegen Computereinbruch zu Werbezwecken
Ein im August 2002 bekannt gewordener Einbruch in Computer von Bundesbehörden und Militärs könnte nun langjährige Haftstrafen zur Folge haben.
Am gestrigen Dienstag reichten Anwälte der US-Regierung Klage gegen den am Montag inhaftierten Präsidenten der Sicherheitsfirma Forensic Tec Solutions, Brett Edward O'Keefe, ein. Im August 2002 berichtete die Washington Post über spektakuläre Einbrüche der Firma in Computer von Bundesbehörden und Server des Militärs. Ein Team um O'Keefe soll damals mit frei verfügbaren Sicherheitstools in die Systeme eingedrungen sein und dort Einblick in hochgeheime Dokumente gehabt haben. Seinerzeit rechtfertigte O'Keefe die Veröffentlichung der Einbrüche mit der Begründung, bei der Beseitigung der Sicherheitslöcher helfen und ein wenig Werbung für seine Firma machen zu wollen.
Dem ersten Argument konnte die Staatsanwaltschaft nicht ganz folgen. Sie wirft O'Keefe nun vor, die Einbrüche begangen zu haben, um damit die Werbetrommel zu rühren, in der Hoffnung im öffentlichen Blickpunkt zu stehen und damit neue Kunden zu gewinnen. Gegen insgesamt sechs Gesetze sollen die Sicherheitsexperten verstoßen haben. Bereits vergangene Woche wurden zwei Mitarbeiter von Forensic Tec verhaftet, die sich für schuldig befunden haben sollen. Eine Verurteilung könnte bis zu 30 Jahre Haft nach sich ziehen. (dab)