Die Musikindustrie leidet weiter unter Umsatzschwund

Im ersten Halbjahr konnte die Musikindustrie rund 11 Prozent weniger Ton- und Bildträger verkaufen.

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Die Musikindustrie beklagt weiter Umsatzeinbrüche. Im ersten Halbjahr 2003 habe die Branche weltweit insgesamt Ton- und Bildträger im Wert von 12,7 Milliarden US-Dollar verkauft gegenüber 14,2 Milliarden im Vergleichszeitraum 2002. Das bedeute einen Rückgang um 10,9 Prozent im Wert und 10,7 Prozent bei den Stückzahlen, teilt die International Federation of the Phonographic Industry IFPI mit. Den Rückgang führt sie hauptsächlich auf "unautorisierten Dateientausch" und "kommerzielle Musikpiraterie" zurück.

Die im ersten Halbjahr erzielten Verkaufszahlen machen etwa 40 Prozent des gesamten Jahresumsatzes aus, schätzt die IFPI. In Deutschland, Japan, USA und Kanada habe es erhebliche Umsatzrückgänge gegeben, während der Markt in Finnland und Österreich gewachsen sei. IFPI-CEO Jay Berman meint: "Trotz einiger Anzeichen, dass das legale Online-Musikgeschäft sich etabliert, leidet die Musikindustrie unter Filesharing. Wir reagieren darauf." Dabei verweist Berman vage auf Aktionen der US-amerikanischen Musikindustrie, die "die rechtlichen Risiken des Musiktauschs bewusst machten".

Am besten hätten sich in diesem Jahr die Alben Stripped von Christina Aguilera, Get Rich or Die Tryin von 50 Cent und A Rush of Blood To The Head von Coldplay verkauft. Einen Umsatzschub verspricht sich die Musikindustrie durch angekündigte Veröffentlichungen von Beyonce, Blue, Bon Jovi, David Bowie, Dido, Enrique Iglesias, Limp Bizkit, Kylie Minogue, Nickelback, Pink, REM und Sting. (anw)