Die Matrix, Regie Vanco
Bei der "Multiprotocol Label Switching Matrix" schaltet Vanco als Dienstleister die Verbindungen und geht je nach Land und lokalen Gegebenheiten Verträge mit unterschiedlichen Service-Providern ein.
Auf einer Pressekonferenz in Frankfurt stellte Vanco seine Multiprotocol Label Switching Matrix vor. Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein WAN-Angebot für internationale Firmen, bei dem Vanco als Dienstleister die Verbindungen schaltet und je nach Land und lokalen Gegebenheiten Verträge mit unterschiedlichen Service-Providern eingeht.
Die Firma, die sich als erster Virtual Network Operator (VNO) des neuen Jahrhunderts bezeichnet, realisiert für Kunden wie Avis, Readymix oder Tenovis die internationale Daten-Vernetzung in 230 Ländern über 80 verschiedene Carrier und Provider, präsentiert den Kunden aber nur eine Rechnung und einen einheitlichen Support. Mit MPLS Matrix und dem Mix verschiedener Anbieter will Vanco ein neues Preissystem popularisieren, das den Namen Active Negotiation Process (ANP) trägt: zu Beginn eines Vertrages zahlt ein Kunde einen festgesetzten Betrag, den Vanco durch fortgesetzte Preisverhandlungen mit seinen Carriern zu verbilligen versucht. Fallen die Kosten, etwa durch eine günstigere DSL-Verbindung zu den Filialen in aller Welt, gibt Vanco die Vergünstigung weiter, erhöht aber seinen Kostenanteil um 10 % des gefallenen Preises.
Vanco, die in Deutschland mit 25 Mitarbeitern in Neu-Isenburg und einer Verkaufsfiliale in Düsseldorf ansässig ist, hat weltweit 360 Mitarbeiter und möchte in vier Jahren als "echte Firma des neuen Jahrhunderts" den bisherigen Marktführer Infonet überrunden, der freilich noch über eigene Leitungen verfügt. Im Unterschied zu Infonet arbeitet Vanco virtuell, indem es nur Kapazitäten kauft, bündelt und verkauft. Vanco-Chef Allen Timpany schätzt den Markt für solche Vermittlungsdienste auf ein Volumen von 20 Milliarden US-Dollar jährlich. (Detlef Borchers) / (jk)