Microsoft in China wegen Copyright-Verletzung verurteilt
Ein chinesisches Gericht hat angeordnet, dass der US-Softwarekonzern einige Windows-Versionen wegen unerlaubter Verwendung von Schriftzeichen nicht mehr verkaufen darf.
Ein Gericht in der chinesischen Hauptstadt Peking hat angeordnet, dass der US-amerikanische Softwarekonzern Microsoft einige Versionen seines Betriebssystems Windows in China nicht mehr produzieren und verkaufen darf. Laut einem Bericht der englischsprachigen Tageszeitung China Daily kam das Gericht zu dem Schluss, dass Microsoft in chinesischen Ausgaben von Windows 98, 2000, Server 2003 und XP unzulässigerweise chinesische Zeichensätze verwendet, die vom Unternehmen Zhongyi Electronic stammen. Dieses hat angegeben, dass Microsoft 1994 zwar die Nutzung der Schriften und eines Eingabesystems lizenziert habe, allerdings nur für Windows 95 und nicht für die Folgeversionen.
Zhongyi Electronic hatte Microsoft im April 2007 verklagt, Verhandlungsbeginn war im Januar 2008. Microsoft hatte sich daraufhin an das chinesische Patentamt gewandt, um die Überprüfung des Patents für die Eingabemethode für 40.000 Schriftzeichen zu erreichen, scheiterte aber mit seinem Antrag und ging dagegen vor Gericht. Auch hier unterlag Microsoft, berichtet China Daily. Gegen das nun erlassene Verkaufsverbot will Microsoft laut Medienberichten in Berufung gehen. Das Unternehmen meint demnach, sein Verhalten sei durch die bisher geschlossene Lizenzvereinbarung rechtens gewesen. Das Verkaufsverbot werde bis zu einer Entscheidung des Berufungsgerichts ausgesetzt. (anw)