Sex, Soaps und starke Marken sollen Erfolg im M-Commerce bringen
Im Rahmen der jüngsten Sitzung des M-Commerce Arbeitskreises des Branchenverbandes ECO e.V. diskutierten Experten aus der Medienindustrie einmal mehr über das Erfolgspotenzial mobiler Datendienste.
Im Rahmen der jüngsten Sitzung des M-Commerce-Arbeitskreises des Branchenverbandes ECO e.V. diskutierten Experten aus der Medienindustrie einmal mehr über das Erfolgspotenzial mobiler Datendienste. Nach Auffassung von Meinolf Ellers, Managing Director der dpa-Infocom, emanzipieren sich die Medien zunehmend gegen über den Mobilfunkbetreibern, denn ihnen sei klar geworden, dass sie über etwas verfügten, das viel einzigartiger sei als eine Mobilfunkinfrastruktur, nämlich einzigartiger Content. "Wir sind damit in der stärkeren Position", so seine Überzeugung.
Die erfolgreichste Anwendung im Hause Tomorrow Focus ist beispielsweise bis dato die Amica Singlebox mit monatlich über 1,5 Millionen Zugriffen, so Arndt Benninhoff, Geschäftsführer Tomorrow Focus Next Media. Offenbar scheint die alte Marketingregel "sex sells" zu gelten, denn auch der Playboy, erst seit kurzem bei der Mediengruppe, scheint sich zum Top Seller zu entwickeln. Das Pricing erweist sich dabei allerdings als ein großes Problem, denn der Kunde zahlt an zwei ganz unterschiedlichen Ecken: für den Traffic und für das Abo. Dies müsste nach Auffassung von Benninghoff gebündelt werden, um dem Kunden die notwendige Transparenz zu geben. Die Preisobergrenze für Mobile Media Services ist der Heftpreis.
RTL New Media setzt auf das so genannte packaging als favorisiertes Geschäftsmodell: Gemeint sind individuell geschnürte Crosspromotion Pakete, die für die Betreiber geschnürt werden. Als Beispiel für einen "Super-Content" führte Robert Fahler das GZSZ-Handy an, was offenbar "ein Riesenerfolg" war. Mobilfunkbetreibern wird dieser Content "sehr teuer angeboten". "Ein sehr einfaches Geschäftsmodell", so Fahler, "da keine komplexen Absprachen notwendig sind". Bei "Deutschland sucht den Superstar" würden beispielsweise 16 verschiedenen Applikationen zur Verfügung gestellt, wie etwa das Voting des Superstars.
Ingo Schneider, Bereichsleiter Strategie T-Mobile International rechnet zudem damit, dass sich die so genannten Feature Phones durchsetzen werden, da diese mehr könnten als die Voice Phones, aber einfacher und preisgünstiger seien als Smartphones und PDAs. Die Endgeräte würden dem PC immer ähnlicher, da es nicht mehr so sehr auf die "hart verdrahteten Applikationen" ankomme, sondern auf die Software. Die größten Probleme der "Mobilen Medien" liegen seiner Auffassung nach in den fehlenden Standards -- Inhalte müssten bislang für die verschiedenen Betriebssysteme und Displays angepasst werden, was sehr teuer und aufwendig sei. Die Konvertierung in die vielen verschiedenen Datenformate sieht er allerdings im Aufgabenbereich der Mobilfunkbetreiber und nicht bei den Medienhäusern. (Jörg Birkelbach ) / (wst)