Wirtschaftsminister verhandelt in Dubai über Brandenburger Chipfabrik
Brandenburgs Wirtschaftsminister führt in Dubai, einem der Hauptinvestoren der Chipfabrik in Frankfurt (Oder), Gespräche über die Finanzierung, nachdem die Bundesbürgschaft nicht gesichert ist.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat seine Gespräche zur Frankfurter Chipfabrik am Montag in Dubai fortgesetzt. Dabei gehe es um eine Bewertung dessen, was in der vergangenen Woche im interministeriellen Bürgschaftsausschuss erörtert worden sei, teilte ein Sprecher des Ministeriums dpa mit. Junghanns war am Wochenende zu einem Blitzbesuch in Dubai eingetroffen und hatte bereits am Sonntag erste Gespräche mit Vertretern der Investoren aus Dubai geführt. Das Emirat gehört zu den Hauptinvestoren der Chipfabrik und beteiligt sich mit 250 Millionen US-Dollar. Am morgigen Dienstag ist ein Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in Dubai geplant.
Für die bereits in Bau befindliche Chipfabrik ist eine 80-prozentige Bürgschaft von Bund und Land für einen 650 Millionen-Dollar-Kredit eines internationalen Bankkonsortiums notwendig. Die Finanzierung ist aber noch lange nicht gesichert: Der damit befasste Bürgschaftsausschuss hatte sich am vergangenen Mittwoch erneut vertagt. Aus Regierungskreisen hatte es geheißen, es sei unüblich, dass die Kredite für das 1,3 Milliarden Euro teure Projekt in Frankfurt (Oder) nur zu 20 Prozent von den Beteiligten selbst abgesichert werden sollten. Dies sehe auch der interministerielle Bürgschaftsausschuss so.
Inzwischen haben einige Banken ihre Beteiligung an dem Vorhaben ausgeweitet. Zwei Banken, darunter eine aus Deutschland, sind bei der Übernahme von Risikokapital eingestiegen. Die Chipfabrik soll Ende 2004 in Betrieb gehen. Geplant sind 1300 Arbeitsplätze. (dpa) / (jk)