Chipfabrik: Parteien und Gewerkschaften für symbolisches Richtfest
Parteien und Gewerkschaften aus Frankfurt (Oder) haben zu einem symbolischen Richtfest für die Chipfabrik aufgerufen.
Parteien und Gewerkschaften aus Frankfurt (Oder) haben zu einem symbolischen Richtfest für die Chipfabrik aufgerufen. Am 14. Oktober solle eine Richtkrone an die Bauarbeiter der Fabrik übergeben werden, teilten die Organisatoren mit. Für den Rohbau war bisher noch kein Richtfest gefeiert worden. "Wir fordern den Bau der Chipfabrik! Bund und Land einigt Euch!" hieß es dazu auf einem Flugblatt. Die Region brauche Hoffnung. "Wir wollen den Aufschwung Ost hier und jetzt." Initiator der Aktion ist das Frankfurter Bürgerbündnis.
Die Chipfabrik wird als eines der wichtigsten Vorhaben in den neuen Bundesländern betrachtet. Das Werk soll einmal 1300 Arbeitsplätze bieten; es soll mit Verfahren für Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Strukturen (SiGe:C) arbeiten. Die entsprechenden Techniken wurden vom Institut für Halbleiterphysik (IHP) in Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit Motorola entwickelt. Hergestellt werden sollen in der Foundry SiGe:C-BiCMOS-Halbleiter in einem 0,18-µm-Prozess für Kommunikationsanwendungen.
Um die Finanzierung liefern sich die Beteiligten jedoch seit Monaten ein heftiges Gezerre. Strittig ist vor allem, ob der Bau des 1,3-Milliarden-Projekts mit einer Bundes- und Landesbürgschaft abgesichert werden kann. Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hatte gestern erklärt, die Verhandlungen über den Bau der Chipfabrik würden nun in die entscheidende Phase eintreten. Voraussichtlich in der kommenden Woche fänden dazu in Berlin wichtige Gespräche zwischen Vertretern des Landes, des Bundes und des Emirats Dubai, des Hauptfinanziers des Projekts, statt, sagte er laut dpa am Mittwoch in Potsdam vor Journalisten. Der Dubai- Besuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) habe dazu beigetragen, die Entscheidungen voranzutreiben. (wst)