Kräftige Gewinne für Big Blue, aber auch Kritik (Update)
IBM kann im dritten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Analysten bleiben skeptisch.
IBM hat im dritten Quartal 2003 dank eines starken Dienstleistungsgeschäfts seinen Umsatz und Gewinn kräftig aufgestockt. Big Blue vermeldet Einnahmen von 1,8 Milliarden US-Dollar (1,5 Milliarden Euro) gegenüber 1,3 Milliarden Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Der Gewinn pro Aktie erhöhte sich auf 1,02 (0,76) Dollar, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 21,5 Milliarden Dollar.
Die IBM-Zahlen könnten den Aufschwungshoffnungen der IT-Branche allerdings trotzdem einen Dämpfer verpassen. Zuvor hatten der weltgrößte Chiphersteller Intel und der Mobilfunkkonzern Motorola mit ihren Quartalsergebnissen die Hoffnungen auf eine Erholung genährt. Einige Analysten reagierten enttäuscht auf die Bilanz, in der sie positive Signale, aber keine umfassenden Veränderungen sehen.
Konzernchef Samuel J. Palmisano verwies dagegen auf steigende Marktanteile in allen strategischen Marktsegmenten. Die Wirtschaft beginne sich zu stabilisieren. Die Kunden dürften im kommenden Jahr ihre Technologieinvestitionen erhöhen. Die Nachfrage sei noch nicht überall spürbar, doch sei sie in den Bereichen am kräftigsten, in denen man das Unternehmen positioniert und gestärkt habe.
Der Neunmonatsumsatz stieg um 9,9 Prozent auf 63,2 Milliarden Dollar. Der Neunmonatsgewinn erreichte 4,9 (2,6) Milliarden Dollar oder 2,77 (1,47) Dollar je Aktie.
IBM sieht nach Darstellung von CEO Palmisano den Bedarf für 10.000 neue Positionen in wichtigen Bereichen wie Service, Linux sowie Software und Hardware mit offenen Standards. IBM wolle 200 Millionen Dollar bis 700 Millionen Dollar bereitstellen, um vorhandene Mitarbeiter auszubilden.
Der Umsatz in der Region Europa/Naher Osten/Afrika stieg um 19 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar. Ohne Wechselkursveränderungen gab es dort einen Umsatzzuwachs von sieben Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2002. In Nord- und Südamerika legte IBM um vier Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar und im asiatisch-pazifischen Raum um elf Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zu.
Die Computerdienstleistungssparte, die für Fremdfirmen und -kunden Computersysteme einrichtet und betreibt, erhöhte ihren Quartalsumsatz um 17 Prozent auf 10,4 Milliarden Dollar. IBM verbuchte neue Serviceverträge im Wert von 15 Milliarden Dollar. Die Sparte verfügte über einen Auftragsbestand von 115 Milliarden Dollar.
Der Hardware-Umsatz fiel um ein Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Die PC-Sparte legte um zwei Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar zu, wobei höhere Absatzzahlen die Preisabschläge mehr als wettmachten. Der Software-Umsatz stieg um elf Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. (dpa)/ (tol)