Google misst Sehgewohnheiten von TiVo-Kunden
Was bei Internet-Werbung mit Klicks und Impressions funktioniert, möchte Google auch für das Fernsehen erreichen. Ein Abkommen mit TiVo liefert der Firma die dafür nötigen Daten.
Ob und wann Zuschauer Fernsehwerbung sehen, lässt sich bislang kaum zuverlässig ermitteln. Das ändert sich jetzt zumindest für Nutzer des digitalen Videorecorders (DVR) von TiVo. Die US-Firma vertreibt DVR-Hardware samt einem Online-Dienst, der sowohl einen elektronischen Programmführer als auch Funktionen zum Aufzeichnen bereitstellt.
TiVo überlässt nach eigenen Angaben Google die sekundengenauen Nutzungsdaten seines DVR. Ziel sei eine "substanzielle Verbesserung der Messung und Zurechenbarkeit" der Wirkung von Anzeigen, die über Google TV Ads eingeblendet wird. Die TiVo-Daten seien anonymisiert und für alle Empfangsarten verfügbar, unabhängig davon, ob der Betrachter live oder zeitversetzt guckt.
Die Los Angeles Times vermutet in einem Bericht, dass die Zusammenarbeit zwischen Google und Tivo sowie dem DISH-Netz den Fernsehsendern Bauchschmerzen bereiten. Denn bislang verkauften sie Werbezeit, ohne dass ihre Kunden die Reichweite der Einblendungen prüfen konnten. Googles Datensammlung ziele auf ein Modell, wie es ähnlich im Internet mit der nach Klicks und "Impressions" abgerechneten Werbung bereits existiert. (ck)