EU führt Kartellverfahren gegen Bildröhrenhersteller

Nach Razzien vor zwei Jahren haben EU-Wettbewerbshüter nun die zweite Stufe in einem Kartellverfahren gegen Hersteller von Kathodenstrahlröhren für Fernseher und Monitore gezündet.

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Die EU-Kommission untersucht mögliche illegale Preisabsprachen mehrerer europäischer Hersteller von Bildröhren für Fernsehgeräte oder Computermonitore. Betroffene Unternehmen hätten im November eine offizielle Mitteilung der Beschwerdepunkte (Statement of Objections) erhalten, bestätigte Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am heutigen Donnerstag in Brüssel, ohne die Hersteller beim Namen zu nennen. Die Kommission wirft den Unternehmen die Bildung zweier unabhängiger Kartelle mit mehreren Mitgliedern sowie Verstöße gegen den EG-Vertrag und das Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum vor.

Die Mitteilung der Beschwerdepunkte ist eine Stufe des Kartellverfahrens der EU-Kommission. So ein Verfahren kann dauern: Die Ermittlungen hatten im November 2007 mit Razzien bei verschiedenen Unternehmen begonnen. Die betroffenen Hersteller haben nun Gelegenheit zur schriftlichen Stellungnahme, können aber auch eine Anhörung beantragen. Erst dann trifft die Kommission eine Entscheidung. Sollte sich der Verdacht erhärten lassen, drohen den Herstellern Bußgelder von bis zu 10 Prozent eines Jahresumsatzes. (vbr)