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IT-Verband fordert Innovations-Offensive

Der Unternehmerverband Bitkom möchte sich als Avantgarde zur Bewusstseinsveränderung präsentieren.

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Von
  • Torge Löding

Der Unternehmerverband der ITK-Branche Bitkom hat zu Beginn der diesjährigen Fachmesse Systems in München seine Initiative für eine Innovationsoffensive vorgestellt. Bitkom-Präsident Willi Berchtold, Geschäftsführer der Giesecke & Devrient GmbH, kritisierte die Agenda 2010 von Kanzler Schröder dafür, dass "in der Agenda weder das Wort Innovation noch ITK oder Biotech auch nur einmal vorkommt". Freilich stellte sich der ehemalige IBM-Topmanager nicht gegen das Regierungsvorhaben. "Quer durch alle Parteien ist ein breiter Konsens erkennbar", betonte er und unterstrich, dass die Generallinie der Politik mit den Vorstellungen der Unternehmen, die sein Verband vertritt, übereinstimme.

Nachdenklich stimmte Berchtold allerdings, dass Deutschland im internationalen Vergleich in vielen Bereichen -- bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung, der Existenz von Risikokapitalgebern für junge Unternehmen oder dem Einsatz von innovativen Technologien im öffentlichen Dienst -- keine Spitzenposition inne hat. "Deutschland liegt in vielen Rankings im Mittelfeld. Im Fußball würden wir uns damit nie und nimmer abfinden -- warum beim Thema Innovation? Entwickeln wir den Ehrgeiz, zum Innovationsstandort Nummer eins zu werden!", rief der Bitkom-Funktionär den versammelten Journalisten zu und erntete dafür sogar Beifall -- auf einer Pressekonferenz keine alltägliche Reaktion.

Enttäuschend, weil altbekannt, waren dann aber die konkreten Vorschläge, die Berchtold und der Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder präsentierten. Neben höheren Bildungsausgaben gehören nach ihrer Vorstellung die Aufhebung "starrer Arbeitszeitregelungen" oder wenigstens die Einführung einer 40-Stunden-Woche für Beschäftigte der ITK-Industrie dazu. Ihnen gehe es mehr darum, einen Bewusstseinswandel herbeizuführen: "Innovation beginnt im Kopf", führte Berchtold aus. Es müsse gegengesteuert werden, wenn etwa 40 Prozent aller Abiturienten Künstler werden wollen -- wie eine aktuelle Studie belege. (tol)