Bund legt 100-Millionen-Programm fĂĽr Biotechnologie auf
"Die Biotechnologie ist neben der Informations- und Kommunikationstechnik die SchlĂĽsseltechnologie des 21. Jahrhunderts", betonte Bildungsministerin Bulmahn heute auf den 5. Biotechnologie-Tagen in Leipzig.
Der Bund verstärkt seine Anstrengungen zur Förderung der Biotechnologie. Mit einem für vier Jahre aufgelegten 100-Millionen-Euro-Programm sollen kleine und mittlere Biotechnologieunternehmen gefördert werden, kündigte Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn heute bei den 5. Biotechnologie-Tagen in Leipzig an. "Gerade junge Unternehmen sind hochproduktive Ideenschmieden", sagte sie.
Nach Ministeriumsangaben liegt Deutschland in der Biotechnologie mit rund 360 Unternehmen zahlenmäßig in Europa an der Spitze, aber weiterhin deutlich hinter den USA und Kanada. Der Umsatz deutscher Firmen belief sich nach Angaben des Biotechnologie-Reports 2003 der Beratungsgesellschaft Ernst & Young auf rund eine Milliarde Euro, der Forschungsaufwand auf 1,1 Milliarden Euro.
Bulmahn verwies darauf, dass allein die Projektfördermittel ihres Ministeriums in diesem Bereich seit 1998 um etwa 70 Prozent auf 180 Millionen Euro im Jahr 2003 erhöht wurden. In der institutionellen Förderung stünden 2004 mehr als 480 Millionen Euro für die Biotechnologie, vor allem für die Grundlagenforschung, bereit. Zudem würden Biotech-Unternehmen von dem geplanten Dachfonds für Beteiligungskapital profitieren, der mit 500 Millionen Euro aus dem ERP-Sondervermögen und dem Europäischen Investitionsfonds gespeist werden soll.
Die Bundesregierung will zusammen mit privaten Geldern in den nächsten fünf Jahren 1,7 Milliarden Euro an Beteiligungskapital für Gründung und Wachstum von Technologiefirmen mobilisieren. Sie sei fest entschlossen, die Perspektiven der Biotechnologie für neue Arbeitsplätze und Wachstum in Deutschland entscheidend zu verbessern, sagte Bulmahn. "Die Biotechnologie ist neben der Informations- und Kommunikationstechnik die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts."
Die Ministerin überreichte fünf Nachwuchswissenschaftlern den "BioFuture"-Preis" 2003 für die Erforschung neuer Ansätze in den Biowissenschaften. Den Preisträgern sollen insgesamt 5,5 Millionen Euro bei der Gründung eigener Unternehmen oder der Qualifizierung für eine wissenschaftliche Laufbahn helfen. Seit Start des alljährlichen Wettbewerbs 1998 wurden bisher 43 Preisträger mit 60 Millionen Euro unterstützt. Nach Angaben von Bulmahn sind darunter zehn Forscher, die mit Hilfe der Preisgelder aus dem Ausland nach Deutschland zurück geholt wurden.
Zu den diesjährigen Preisträgern gehört auch die Forscherin Elly Tanaka vom Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden. Ihr Team erhalte nun maximal fünf Jahre lang für Forschungsarbeit über die Regeneration von Gewebe eine Förderung aus der Bundeskasse, teilte das Dresdner Wirtschaftsministerium mit. (dpa) / (anw)