Premiere schreibt erstmals operativ schwarze Zahlen
Im dritten Quartal betrug das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen 16 Millionen Euro gegenĂĽber einem Verlust von 16 Millionen Euro im Vergleichsquartal 2002.
Der Bezahlfernsehsender Premiere hat im dritten Quartal zum ersten Mal in seiner Geschichte im operativen Geschäft einen Gewinn erzielt. Von Juli bis September erwirtschaftete der Sender ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 16 Millionen Euro gegenüber 16 Millionen Euro Verlust im Vergleichsquartal 2002, teilt das Unternehmen mit. Der Gesamtumsatz betrug 236 Millionen Euro, das sind 14 Prozent mehr als vor einem Jahr.
"Die Ergebnisse des 3. Quartals 2003 haben unsere Erwartungen übertroffen", sagte Premiere Geschäftsführer Georg Kofler. Auch nach Zinsen, Steuern und operativen Abschreibungen bleibe ein Überschuss, nämlich in Höhe von 2 Millionen Euro. Die Goodwill-Abschreibung in Höhe von 28 Millionen Euro sei bilanztechnisch bedingt und habe mit dem operativen Geschäft nichts zu tun. Premiere hatte nach der gesellschaftsrechtlichen Neuordnung mit dem Einstieg neuer Investoren 1,1 Milliarden Euro stille Reserven aktiviert. Dieser Goodwill wird über einen Zeitraum von zehn Jahren abgeschrieben, entsprechend fallen pro Quartal 27,7 Millionen Euro Abschreibung an.
Im Kerngeschäft mit Programm-Abonnements steigerte Premiere den Umsatz um 14 Prozent auf 171 Millionen Euro. Die Erlöse aus dem Geschäftsfeld Pay-per-View (Premiere direkt) verdoppelten sich auf knapp 5 Millionen Euro. Im Receiver-Bereich kam es zu deutlichen Verschiebungen: Der Umsatz aus der Vermietung von Geräten ging um 27 Prozent auf 23 Millionen Euro zurück. Dagegen stiegen die Erlöse aus dem Verkauf von Digital-Receivern um rund 43 Prozent auf 27 Millionen Euro. Heute besitzen 66 Prozent aller Premiere Abonnenten einen eigenen Digital-Receiver (1.820.296), während 34 Prozent (941.834) der Abonnenten ihren Receiver gemietet haben. Vor einem Jahr lag der Anteil der Kauf-Receiver noch bei 19 Prozent (464.755), die Mietquote bei 81 Prozent (1.978.570). (anw)