Brandenburger Chipfabrik droht neue Finanzierungslücke
Die EU-Kommission will die geplanten staatlichen Beihilfen von 370 Millionen Euro deutlich kürzen, wenn die Chipfabrik in Frankfurt (Oder) nur in verkleinerter Form realisiert wird.
Der geplanten Chipfabrik in Frankfurt (Oder) droht eine neue Finanzierungslücke. Die EU-Kommission will die geplanten staatlichen Beihilfen von 370 Millionen Euro deutlich kürzen, wenn die Chipfabrik nur in verkleinerter Form realisiert wird. "Wenn das Projekt kleiner ausfällt als geplant, muss die Summe nach unten angepasst werden", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Die Höhe der Subventionen von Bund und Land seien laut EU-Recht von der Investitionssumme abhängig.
Wegen Problemen bei der Finanzierung wird derzeit öffentlich eine kleinere Variante der Fabrik diskutiert. Sie gilt als eines der wichtigsten Hightech-Projekte in den neuen Bundesländern und soll von 2004 an SiGe:C-BiCMOS-Halbleiter für Kommunikationsanwendungen in einem 0,18-µm-Prozess produzieren.
Im Oktober 2002 hatte die EU-Kommission rund 370 Millionen Euro Beihilfen für die Chipfabrik genehmigt. Bei ihrer Rechnung waren die Experten davon ausgegangen, dass der Betreiber Communicant Semiconductor Technologies AG in die Fabrik 1,5 Milliarden Euro investieren würde. Von dieser Summe seien Beihilfen in Höhe von 26 Prozent erlaubt, lautete die Entscheidung. "Ist die Investitionssumme kleiner, dann gibt's nur 26 Prozent von dieser Summe", sagte der Sprecher. Würden zudem weniger als die erwarteten 1300 Arbeitsplätze geschaffen, dürften noch weniger Hilfen ausgezahlt werden. (dpa) / (jk)