Toshiba setzt auf mobile Enterprise-Festplatten

Die Festplattenszene hat ein weiteres Mitglied verloren: Die Rotating-Memory-Abteilung von Fujitsu ist Geschichte. Dafür adressiert Toshiba mit einer neuen und stärkeren Storage Device Division den Markt. Die bisherigen Fujitsu-Drives bleiben dem Handel bis Ende 2010 erhalten.

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Von
  • Karl Fröhlich

Georg Dietsch, Sales Director EMEA, Toshiba SDD

(Bild: Toshiba)

Die Festplattenabteilungen von Fujitsu und Toshiba treten ab sofort als Toshiba Storage Device Division (SDD) an. Anfang des Jahres wurden die ersten Gerüchte über einen möglichen Merger der beiden laut, seit dem 1. Oktober ist die Übernahme offiziell abgeschlossen. In Deutschland wurden alle Mitarbeiter übernommen. Die Zentrale bleibt zwar in Neuss, den Europavertrieb leiten Otto Hinteregger, General Manager und Georg Dietsch, Sales Director EMEA, aber von München aus.

Toshiba SDD sieht sich für die Zukunft gut aufgestellt, die Produktlinien würden sich gut ergänzen und zusammen könne man nun "mehr Gas geben", heißt es. Erklärtes Ziel ist es, im Enterprise-Segment für 2,5-Zoll-Laufwerke in den nächsten zwei Jahren die Führung zu übernehmen. Laut IDC belegt Toshiba bereits heute eine starke Position. Allerdings handelt es sich hier um einen relativ überschaubaren Sektor.

Im dritten Quartal 2009 wurden in der Region EMEA 204 000 Drives abgesetzt und über die Distribution 77 000. Den europäischen Gesamt-Forecast beziffert IDC für Mobile-Laufwerke in diesem Jahr auf circa 22 Millionen Stück. Den Analysten von Future Source zufolge soll der EMEA-Markt für mobile externe Disk-Drives 2009 ein Volumen von zwölf Millionen Exemplaren erreichen und bis 2013 auf 30 Millionen Platten wachsen.

Externe mobile Festplatten

(Bild: Future Source)

An der Zusammenarbeit mit dem Fachhandel soll sich bei Toshiba im Prinzip nichts ändern: Alle Distributoren wurden übernommen und diese haben nun Zugriff auf das ehemalige Fujitsu- sowie das Toshiba-Portfolio. Auch das bestehende Partnerprogramm wurde von Fujitsu unverändert adoptiert. Erfreulich für Fachhändler mit Schwerpunkt Industriekunden: Die Fujitsu-Laufwerke sind bis mindestens Ende 2010 in gewohnter Weise und aus gewohnten Quellen erhältlich. "Niemand muss Festplatten neu qualifizieren", unterstreicht Sales-Manager Dietsch. "Bestandskunden brauchen sich nicht zu beunruhigen: Wir verwenden weiterhin die gleichen Komponenten, die Laufwerke führen die gleiche Bezeichnung und Part-Nummer."

SAS-Festplatten wird der Hersteller künftig nur noch im 2,5-Zoll-Format entwickeln. Ab Frühjahr 2010 sollen auch alle anderen Marktteilnehmer nachziehen. Laut Dietsch befindet sich der Markt generell in der Übergangsphase zum kleineren Formfaktor. Endlich – denn schließlich propagiert Fujitsu seit ungefähr zehn Jahren gebetsmühlenartig die Vorteile von 2,5-Zoll-Platten und kündigt seitdem den bevorstehenden Generationswechsel an. Inwieweit sich allerdings Toshiba tatsächlich als neue starke Kraft im Harddisk-Business neben Seagate, Western Digital und Hitachi GST positionieren kann, muss sich noch erweisen. (map)