Plus und Minus bei den IT-Gehältern

Die fĂĽnfte VergĂĽtungsstudie der Computerwoche hat Gewinner und Verlierer unter den IT-Experten ausgemacht.

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Von
  • Angela Meyer

Promovierte Informatiker mussten in diesem Jahr den statistisch größten Einkommensrückgang hinnehmen, nachdem sie allerdings im vergangenen Jahr das kräftigste Plus verzeichnet hatten. SAP-Spezialisten und Consultants verdienen im Vergleich der Berufsgruppen am besten. Dieses Resümee zieht das IT-Branchenblatt Computerwoche aus seiner gemeinsam mit der Universität Saarbrücken zum fünften Mal erhobenen Vergütungsstudie, in die rund 1000 IT-Jahresgehälter einschließlich aller Zusatz- und Nebenleistungen eingingen.

Nach wie vor spiegelt sich die schwierige Situation am Arbeitsmarkt auch in den Gehältern wider, die kaum gestiegen sind. Einige IT-Spezialisten müssen deutliche Einkommenseinbußen verkraften. Die promovierten Informatiker, deren Gehalt die vorjährige Studie noch mit dem Höchstwert von durchschnittlich 100.000 Euro angab, sind nun wieder auf dem gleichen Niveau wie vor drei Jahren bei knapp über 70.000 Euro angekommen -- in diesem Bereich liegen auch die leicht gestiegenen Gehälter nichtpromovierter Uniabsolventen. Auch Informatiker mit einem MBA-Abschluss bleiben mit einem Jahresverdienst von 90.000 Euro unter der einst durchaus erreichbaren 100.000-Euro-Marke. IT-Profis mit Fachhochschuldiplom haben mit rund 56.500 Euro ebenfalls fast zehn Prozent weniger als 2002 angegeben. Dagegen schafften die befragten Computerfachleute mit einem Abschluss an einer Berufsakademie einen fast zehnprozentigen Sprung auf durchschnittlich 63.500 Euro.

Dabei kann das Gehalt eines Einzelnen abhängig unter anderem von der Berufserfahrung deutlich von diesen Durchschnittswerten abweichen. Die Junior-Einkommen sanken zum zweiten Mal auf jetzt 44.500 Euro, Senior (67.000 Euro) und Leiter (76.000 Euro) hielten ihr Gehaltsniveau. Nach Alter aufgeschlüsselt zeigten sich ähnliche Beträge, aber etwas andere Tendenzen: So sind die Gehälter der jungen IT-Spezialisten bis 30 Jahre um rund zwei Prozent auf 49.000 Euro gestiegen, während die 31- bis 35-jährigen IT-Angestellten mit 66.000 Euro und die über 40-Jährigen mit mehr als 80.000 Euro einen Rückgang von zwei bis vier Prozent verzeichneten. Unterscheidet man nach Studienrichtung, behaupten sich nach wie vor Ingenieure und Betriebswirte an der Spitze, die mit einem einstelligen Plus gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich 72.000 Euro erreichen. Informatiker verdienen mit durchschnittlich 67.000 Euro etwas mehr als Wirtschaftsinformatiker (64.000 Euro). Letztere holen laut Studie aber deutlich auf: Sie erhalten im Vergleich zum Vorjahr um gut zehn Prozent mehr, während das Plus bei den Informatikern zwei Prozent ausmacht.

Im Schnitt am besten zahlen Softwareunternehmen mit 72.000 Euro und Beratungshäusern mit 78.000 Euro, was einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei Finanzdienstleistern und Konsumgüterindustrie sind die Gehälter deutlich bis unter die 60.000-Euro-Marke gesunken. Handel und TK-Industrie liegen bei 51.000 Euro. Das Schlusslicht bildet der öffentliche Dienst mit 45.000 Euro. Auslandserfahrung soll laut Studie ebenso honoriert werden wie Führungsverantwortung. Unter den Berufsgruppen führen die Berater mit im Schnitt 80.000 Euro vor den SAP-Spezialisten mit 70.000 Euro. Unter den technischen Mitarbeitern haben die Datenbankexperten am meisten verloren, nachdem sie im vergangenen Jahr zu den Siegern mit einem Aufschlag von über zehn Prozent auf 70.000 Euro gehört hatten. Nun liegen sie auf einem Niveau mit den Software- und Systementwicklern, die zwischen 55.000 und 60.000 Euro im Jahr erzielen. Anwendungsbetreuer (45.000 Euro) und Netzadministrator (47.000 Euro) verdienen nach wie weniger, aber immer noch mehr als Multimedia-Mitarbeiter mit 41.000 Euro, ein Trend, den auch die aktuelle Studie des Deutschen Multimedia-Verbandes bestätigt.

Laut Studie verdienen die Computerfachleute insgesamt im Vergleich zu anderen Branchen und Berufsguppen noch immer gut, arbeiten dafĂĽr aber auch nach wie vor mehr als vereinbart: 62 Prozent der Befragten kommen auf bis zu 125 Prozent der vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden, und 19 Prozent erreichen zwischen 125 und 150 Prozent. (anm)