Initiative für mehr Sicherheit im DNS

Unter dem Dach des Internet Software Consortium sollen künftig die Datenströme im DNS überwacht, Gegenmaßnahmen bei Störfällen oder Attacken koordiniert und gezielt Aufklärung für die Sicherheit im DNS betrieben werden.

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Von
  • Monika Ermert

Unabhängig von ICANN ist eine Initiative für mehr Sicherheit und mehr Monitoring im DNS gestartet. Unter dem Dach des Internet Software Consortium sollen künftig die Datenströme im Internet-Namenssystem überwacht, Gegenmaßnahmen bei Störfällen oder Attacken koordiniert und gezielt Aufklärung für die Sicherheit im DNS betrieben werden. Gründungsmitglieder des Operations, Analysis, and Research Centers (OARC) sind unter anderem das japanische WIDE-Projekt, die IP-Registries RIPE NCC, APNIC, CAIDA, die Internet Society, Cisco Systems, MCI, NTTs Verio, .info-Betreiber Afilias und eine große Zahl der Root-Zone-Manager. Die Dienstleistungen des OARC würden Internet Service Providern und Unternehmensnetzen, Top-Level-Domain-Betreibern und anderen zur Verfügung stehen, heißt es in der Mitteilung.

Das ISC will eng mit der finanziell schwächelnden, aber renommierten CAIDA (Cooperative Association for Internet Data Analysis) und der europäischen IP-Registry RIPE zusammenarbeiten. RIPE will seine eigenen Monitoring-Dienste nach einem Beschluss bei der diesjährigen Generalversammlung weiter ausbauen und diese vermehrt kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Der Dachverband vorwiegend europäischer Länderdomains (Centr) hat unterdessen die Gründung eines Internet Infrastruktur Fond angekündigt. Aus dem Fond soll künftig die Arbeit der IANA finanziert werden, heißt es in einem Brief des Centr-Vorsitzenden Paul Kane. IANA sorgt für die Eintragung der Nameserver der Länderregistries im zentralen A-Root-Server.

"Der Betrieb von IANA ist für unsere Mitglieder die wichtigste Funktion von ICANN. Damit dieser Betrieb so passiert, wie wir das wollen, bündeln wir das Geld und zahlen es aus, wenn unsere Mitglieder dem zustimmen", sagt Tim Mertens gegenüber heise online. Bislang haben 11 Centr-Mitglieder rund 140.000 US-Dollar einbezahlt. Sollte IANA nicht zur Zufriedenheit der Mitglieder arbeiten, ist man auch gewillt, den privaten Netzverwaltern in Marina del Rey jederzeit den Geldhahn zuzudrehen.

Zu den ersten, die in den Fonds eingezahlt haben, gehört auch das DeNIC, härtester Kritiker des neu verfassten ICANN-Gremiums für die Länderregistries, die sogenannte Country Code Name Supporting Organisation. Mertens bestätigte, dass derzeit aber fast alle europäischen Registries noch mit dem Beitritt zur ccNSO zögerten. Es wird befürchtet, dass über die ccNSO zu viel Einfluss auf die Länderregistries von außen genommen wird.

Einzig die niederländische Registry ist derzeit offizielles ccNSO-Mitglied. Ihr Chef Bart Boswinkel hat allerdings auch an der Satzung mitgewirkt und der vor allem unter Nutzervertretern umstrittene niederländische ICANN-Gründungsdirektor Hans Kraaijenbrink wurde gerade als neuer Chef des Nominierungskomitees bekannt gegeben. (Monika Ermert) / (anw)