Stellenstreichkonzert bei Swisscom
Der Schweizer Konzern sieht kein Wachstumspotenzial und setzt vier Prozent der Belegschaft vor die TĂĽr.
Obwohl die Gewinne steigen, sieht sich der Schweizer Telecom-Riese Swisscom veranlasst, die Vollzeitarbeitsstellen um 655 zu reduzieren -- etwa vier Prozent der heutigen Belegschaft. Vom Stellenabbau betroffen sind Swisscom Fixnet mit 260, Bluewin mit 40, Swisscom IT Services mit 300 und Swisscom Immobilien mit 55 Arbeitsstellen.
"Swisscom kann -- strukturell bedingt -- in der Schweiz nicht wachsen", heißt es in einer Konzernmitteilung. Das Unternehmen sehe sich zudem fallenden Preisen bei gleichzeitig hohem Investitionsbedarf ausgesetzt. Beim hauseigenen Internet-Provider Bluewin werden 40 der insgesamt 340 Vollzeitstellen wegfallen. Auf Grund des Booms im ADSL-Geschäft und geringeren Wachstums der übrigen Aktivitäten werde der Anbieter "seine Ressourcen" neu ausrichten, teilt der Konzern mit. Bluewin werde die Bereiche Internet-Zusatzdienste, Portal sowie zentrale Dienste "umstrukturieren" und das "Angebot straffen".
Besonders schwierig ist nach Darstellung des Konzerns auch die Situation für die eigene IT-Service-Sparte. Die Preise im Schweizer Telekommunikationsmarkt seien in den letzten fünf Jahren um rund einen Drittel gesunken. Trotz einiger Erfolge konnte die seit Anfang 2002 operativ tätige Tochtergesellschaft Swisscom IT-Services rund 2300 Vollzeitstellen die sinkenden gruppeninternen Umsätze mit dem Drittmarktgeschäft nicht kompensieren. Das Unternehmen richte sich deshalb neu aus und konzentriere sich auf die Branchen Telekommunikation, Finanzdienste und weitere ausgewählte Segmente. Bestehende Kunden außerhalb dieser Branchen werden weiterhin betreut. Im Zuge der neuen Strategie passt Swisscom IT Services auch ihre Organisation an: Die Geschäftsleitung wird von heute zehn auf sechs Personen reduziert.
Der Konzern betonte jedoch, dass alle vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeiter von einem zu Beginn der Liberalisierung der Telefongesellschaft mit den Gewerkschaften ausgehandelten Sozialplan profitieren werden. In diesen Plan habe Swisscom seit 1998 ĂĽber zwei Milliarden Franken (rund 1,3 Milliarden Euro) investiert. (tol)