15 Millionen US-Dollar Geldbuße für Spammer
Ein US-Gericht hat über einen neuseeländischen Spammer auf Antrag der US-Behörde Federal Trade Commission in Abwesenheit eine Geldbuße verhängt.
Ein Bundesbezirksgericht im US-Bundesstaat Illinois hat den Neuseeländer Lance Atkinson in Abwesenheit wegen Verstoßes gegen Anti-Spam-Gesetze auf Antrag der US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission (FTC) zu einer Geldbuße von 15,15 Millionen US-Dollar (10,3 Millionen Euro) verurteilt (PDF-Datei). Die FTC bezeichnet Atkinson zusammen mit seinem Kompagnon, den US-Bürger Jody Smith, unter Berufung auf die Anti-Spam-Organisation Spamhaus als derzeit aktivsten Spammer. Unter dem Deckmantel verschiedener Unternehmen haben sie mit Hilfe von angeworbenen Spammern unter dem Partnerprogramm "Affking" in Milliarden unerbetener E-Mails für Websites geworben, über die Produkte zur Potenzierung der Männlichkeit, rezeptpflichtige Medikamente zur Besserung des Gemütszustands und Mittel für die Gewichtsabnahme verkauft wurden.
Die FTC hat gegen Atkinson bereits im Jahr 2005 eine Strafe von 2,2 Millionen US-Dollar erwirkt. Er hat seitdem dennoch weiter Spammer über verschiedene Websites angeworben. Der in Australien lebende Neuseeländer habe im Dezember 2007 gegenüber neuseeländischen Behörden seine Aktivitäten eingestanden und bereits 108.000 Neuseeland-Dollar (51.000 Euro) Strafe gezahlt.
Smith habe der FTC gegenüber im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in Missouri bereits zugesagt, sein Vermögen zu überlassen, um Ansprüche der Behörde in Höhe von 212.000 US-Dollar zu begleichen. Er hatte sich im August 2009 schuldig bekannt. Im Dezember soll das Strafmaß verkündet werden. Ihn erwartet eine Haftstrafe von bis zu 5 Jahren. Außerdem hat das Gericht in Illinois drei von den Beschuldigten betriebenen Unternehmen eine Geldbuße von 3,7 Millionen US-Dollar auferlegt. Außerdem sind in den Fall Atkinsons Bruder und ein weiterer Neuseeländer verwickelt.
Die Beschuldigten haben ihre Mittel nach Angaben der FTC unter irreführenden Unternehmensbezeichnungen wie "Canadian Healthcare" vertrieben und fälschlicherweise vorgegeben, sie seien in den USA zugelassene Generika von Medikamenten wie Viagra. Tatsächlich aber seien die Mittel ohne Genehmigung aus Indien importiert worden. Zudem sollen die Beschuldigten falsche Angaben zur Sicherheit der von den Kunden überlassenen Kreditkartendaten gemacht haben.
(anw)