US-Studie: Werbemüll beschädigt das Vertrauen in E-Mails
Viele E-Mail-Nutzer kommunizieren wegen der großen Spam-Menge weniger mit dem Medium.
"Spam beginnt, die Integrität des E-Mail-Systems zu untergraben und führt zu Einschränkungen der Internetnutzung", lautet das Fazit des Spam-Reports (als PDF erhältlich) des Pew Internet & American Life Project. Viele E-Mail-Nutzer sagten demnach, dass sie das Kommunikationsmittel wegen der großen Menge unerwünschter Werbe-E-Mails weniger nutzen. Eine wachsende Anzahl Internet-Nutzer befürchtet, dass wichtige E-Mails in der Spam-Masse untergehen oder dass Adressaten wichtige E-Mails nicht lesen oder ausfiltern lassen.
Für die Studie wurden im Juni dieses Jahres 2200 erwachsene US-Amerikaner telefonisch befragt, davon 1380 Internetnutzer. Außerdem wurden noch 4000 Interviews aus dem September 2002 zum Thema Spam herangezogen. Ein Viertel der Befragten hat angegeben, dass sie wegen der wachsenden Spam-Menge weniger E-Mails nutzen. Knapp über die Hälfte vertrauen allgemein der elektronischen Post weniger und drei Viertel ärgern sich darüber, dass sie Spam nicht Einhalt gebieten können. Offenbar hat der rege Mail-Missbrauch auch schon zu Verhaltensänderungen geführt. So vermeiden es 73 Prozent der Befragten, ihre E-Mail-Adresse herauszugeben und 69 Prozent, sie auf einer Website zu veröffentlichen.
62 Prozent sagten, ihre Arbeitgeber hätten Spam-Filter installiert. Für die E-Mail zu Hause wenden 37 Prozent einen Filter an. Dementsprechend sagten 40 Prozent der Befragten, sie bekämen unter ihrem Arbeits-Account keinen Spam, während dies nur 7 Prozent derjenigen mit privaten Accounts behaupten konnten. 12 Prozent der Privatanwender sagten, sie beschäftigten sich täglich eine halbe Stunde oder mehr mit Spam.
Die nervigen Werbebotschaften verschwinden bei 86 Prozent sofort nach Bezug im elektronischen Orkus. Dagegen haben 7 Prozent angegeben, bereits einmal eine Ware bestellt zu haben, die in einer Mail beworben worden war. 33 Prozent haben in Spam-Mails auf einen Link geklickt, um "mehr Informationen" zu bekommen. Dabei handele es sich oft um Internet-Nutzer, die keine oder kaum Erfahrung mit Spam haben. Derartiges Verhalten trage dazu bei, dass die Spam-Welle weiter schwappt. Dieser stehen, so die Studie, Nutzer bis zu 29 Lebensjahren eher tolerant gegenüber als ältere. (anw)