Mannesmann-Prozess beginnt am 21. Januar
Um das Verfahren wegen des Vorwurfs der Untreue gegen Manager bei der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone gab es schon heftigen Streit zwischen Justiz, Politik und Wirtschaft.
Der so genannte Mannesmann-Prozess beginnt am 21. Januar kommenden Jahres, gab das Düsseldorfer Landgericht laut dpa offiziell bekannt. Angeklagt ist unter anderen Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann wegen des Verdachts der schweren Untreue. Das Gericht setzte bis Ende Juni zunächst 41 Verhandlungstage an. Der Starttermin war bereits vor einer Woche von der Deutschen Bank genannt worden.
Neben Ackermann müssen der frühere Mannesmann-Vorstandschef Klaus Esser, der damalige Aufsichtsratschef des Konzerns, Joachim Funk, der frühere IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, der ehemalige Betriebsrats-Vorsitzende Jürgen Ladberg und ein ehemaliger Mitarbeiter der Stabsabteilung auf der Anklagebank Platz nehmen. Sie müssen sich wegen des Verdachts der schweren Untreue oder der Beihilfe zu Untreue verantworten. Dabei geht es um die umstrittene Zahlung von Prämien und Pensionen in Höhe von bis zu 57 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Übernahme des Konzerns durch Vodafone Anfang 2000.
Um die Einleitung des Verfahrens gab es schon schweren Streit zwischen Justiz, Politik und Unternehmen. Die CDU-Chefin Angela Merkel verstieg sich sogar zu der Aussage, das Gerichtsverfahren gegen Ackermann sei ein schwerer Schlag für den Standort Deutschland, Wirtschaftsminister Wolfgang Clement warnte vor einer Vorverurteilung der Beschuldigten. Der Unternehmensberater Roland Berger bezeichnete den Prozess für politisch motiviert. (jk)