DOAG-Konferenz 2009

Die bislang von der EU blockierte Übernahme von Sun durch Oracle beschäftigte auch die Teilnehmer der DOAG-Konferenz. Thematischer Schwerpunkt der Veranstaltung war die kurz zuvor erschienene Version 11R2 der Datenbank.

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Von
  • Christian Kirsch
  • Christian Kirsch

Wieder einmal größer als im Vorjahr: Die diesjährige Konferenz der Deutschen Oracle-Anwendergruppe (DOAG) stieß mit 17 parallelen Vortragsreihen an die Kapazitätsgrenzen des Nürnberger Kongresszentrums. Ein Teil des Wachstums ist den Zukäufen von Oracle geschuldet, denn bislang sah sich die DOAG auch als Interessenvertretung für die Kunden der neu hinzugekommenen Firmen wie Siebel, Peoplesoft und JD Edwards.

So dürfte es jedoch mit den Sun-Produkten nicht funktionieren, sollte die EU die Übernahme schließlich genehmigen. Mit den Java-Anwendergruppen hat die DOAG ihrem Geschäftsführer Fried Saake zufolge bereits Kontakt aufgenommen. Mit ihnen wolle man jedoch zusammenarbeiten, nicht fusionieren. Gleichzeitig betonte Saake den Standpunkt der DOAG, die EU müsse möglichst schnell über die Übernahme von Sun durch Oracle entscheiden. Bei Sun gefährde das Zögern viele tausend Arbeitsplätze.

Dass die gründliche Prüfung auch Oracle auf die Nerven geht, zeigte das Auftreten des Deutschland-Geschäftsführers Jürgen Kunz am zweiten Konferenztag. Während der größte Teil seiner Rede vom üblichen optimistischen Marketinggeklingel erfüllt war, verkrampfte er sich beim Thema "Sun-Übernahme" deutlich. Offensichtlich hätte er sich in Richtung EU gerne weniger diplomatisch geäußert, als er es notgedrungen tat. Schön wäre übrigens, wenn Kunz statt des unsäglichen "am Ende des Tages" einfach zum Stoiberschen "äh" übergehen könnte. Das spart Zeit und nervt auf Dauer deutlich weniger, wenn der Sprecher es in jeden zweiten Satz einstreut.

Diesmal war die Q&A-Session der DOAG-Konferenz eher eine Podiumsdiskussion.

(Bild: doag.org)

Auf eine Stellungnahme zum Ärger um Oracles neues Support-Portal warteten die Teilnehmer vergeblich. Vielleicht war der Frust geringer, als viele Äußerungen im Web hatten vermuten lassen, denn in der traditionellen Frage-und-Antwort-Sitzung sprach niemand das Thema an. Vielleicht war auch die diesjährige Q&A-Veranstaltung nur allzu konsensorientiert organisiert, denn es gab fast gar keine Fragen aus dem Publikum.

Thematisch lag ein Schwerpunkt der Vorträge bei den neuen Funktionen in Oracle 11gR2. Ein eigener Track widmete sich der Sicherheit von Datenbank(-Anwendungen). Dort und bei anderen Vortragsreihen kam es jedoch zu Dopplern. Hätte es sich jeweils um eine Einführung und eine Vertiefung gehandelt, wäre das in Ordnung gewesen. Wenn sich jedoch zwei fast identische Beiträge etwa mit SQL-Injection oder dem Einsatz von Nagios beschäftigen, ist das verschenkte Zeit.

An einem neuen Konzept der DOAG könnten sich Veranstalter ähnlich großer Konferenzen ein Vorbild nehmen: Der früher verteilte mehrpfündige Tagungsband fiel in diesem Jahr aus. Ihn ersetzte ein Gutschein, mit dem sich die Teilnehmer bis zu sechs Vorträge "on demand" drucken und binden lassen konnten. Für jedes weitere halbe Dutzend waren fünf Euro zu entrichten. (ck)