Sarbanes-Oxley steht in den USA vor Gericht
Wegen der hohen Kosten für das Auditing, das der Sarbanes-Oxley-Act vorschreibt, ging in den USA ein Unternehmen in Konkurs. Es klagt jetzt vor dem Verfassungsgericht gegen das Gesetz, das auch europäische Unternehmen betrifft.
- Christian Kirsch
Als Reaktion unter anderem auf die Enron-Pleite beschlossen die USA 2002 ein Gesetz, das unter dem Namen Sarbanes-Oxley (SOX) seitdem Kapitalgesellschaften weltweit betrifft. Es verlangt unter anderem die Einführung eines internen Kontrollsystems, das die Richtigkeit der Abschlüsse gewährleisten soll; ähnliche Vorschriften gibt es in der EU.
In den USA hat sich nun ein Unternehmen bis zum Surpreme Court durch die Instanzen geklagt, da es Teile von SOX für verfassungswidrig hält. Der Firma von Beckstead und Watts hatte 2005 ihren Betrieb eingestellt, da die Kosten für die vorgeschriebene Prüfung sie zu sehr belastet hatten. Ihre Klage, die vom Free Enterprise Fund unterstützt wird, bestreitet die Verfassungsmäßigkeit von SOX. Begründung: Das für die Überwachung zuständige Public Company Accounting Oversight Board (PCAOB) werde weder vom Kongress noch von der Exekutive besetzt. In zwei Prozessen der unteren Instanzen ist die Klage bereits gescheitert .
SOX betrifft alle Kapitalgesellschaften, deren Anteile in den USA gehandelt werden. Das in Paragraph 404 geregelte interne Kontrollsystem dient nach einem Bericht vielen Auditing-Firmen als Begründung für hohe Anforderungen an die IT-Sicherheit. "Die Einhaltung der SOX-Sicherheitsvorschriften hat sich für Verkäufer und Anbieter ausgezahlt, da es die Firmen zwingt, Milliarden von Dollar für Technik auszugeben, die häufig Sicherheitslücken nicht schließt, aber gesetzeskonform macht", heißt es dort weiter. Der Free Enterprise Fund beziffert die jährlichen Kosten für US-Unternehmen durch SOX auf 1,34 Milliarden US-Dollar. (ck)