Polizei in NRW will Computerkriminellen technisch ebenbĂĽrtig sein
Die Polizei Nordrhein-Westfalens will den Kampf gegen Computerkriminalität verstärken.
"Computer und Internet entwickeln sich zunehmend zu einem Forum für Straftäter. Nicht nur für die Präsentation von extremistischer Propaganda oder Kinderpornografie wird das weltweite Netz benutzt, sondern auch für Geldwäsche oder Erpressungen", erklärte Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens heute in Düsseldorf. Daher werde die Polizei in dem Bundesland den Kampf gegen Computerkriminalität verstärken. In Großstädten werden zur Bekämpfung der "Internet-Täter" eigene Kommissariate gebildet. "Kriminalisten und Computerfachleute arbeiten eng zusammen, um gezielt gegen diese Art von Straftätern vorzugehen", kündigt Behrens an. Im vergangenen Jahr haben die Beamten über 3300 Verdächtige ermittelt, die unter anderem Daten ausgespäht und Softwarepiraterie betrieben haben. Darunter waren 96 Kinder unter 14 Jahren.
Die Computerkriminalität, die neben Softwarepiraterie und Datenausspähung auch Datenveränderungen und Computersabotage umfasst, steigt nach Angaben eines Ministeriumssprechers stetig. Zwar sei die Zahl der Tatverdächtigen im Jahr 2002 gegenüber 2001 um 863 gesunken, aber die einzelnen Fälle von Computerkriminalität nähmen zu. "Es ist schwierig, das Tatmittel PC statistisch abzubilden", sagte der Ministeriumssprecher.
Sechs dezentrale Informations- und Servicecenter für die Polizeistationen werden in Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster eingerichtet. Hier sitzen die Spezialisten, die sich nach Angaben eines Ministeriumssprechers etwa mit Hackerangriffen auf Unternehmen befassen. Außerdem sollen sie die einzelnen Ermittlungsstellen beraten und unterstützen. Landesweit koordiniert wird die Arbeit der Polizei beim Landeskriminalamt in Düsseldorf. Hier werden beispielsweise spezielle polizeiliche Lagebilder zur PC-Kriminalität erstellt sowie technische und kriminalistische Probleme analysiert.
Die polizeilichen Ermittler sollen mit moderner Hardware ausgestattet werden, die regelmäßig an den neuesten technischen Stand angepasst wird. Dadurch werde dafür gesorgt, dass die Polizei den Tätern technisch ebenbürtig ist. Zudem bereitet das Bildungszentrum der Polizei in Neuss die Beamten mit einem Fortbildungsprogramm vor. "So können wir es mit den Straftätern an Computer und im Netz aufnehmen", erklärte Behrens hoffnungsvoll. (anw)