Verband ZVEI sieht Licht am Ende des Wirtschaftsflautetunnels
Nach einer Stagnation im laufenden Jahr soll es 2004 wieder leicht aufwärts gehen.
In der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie scheint das Ende der konjunkturellen Talsohle erreicht. Das ist die Meinung des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). "Von einem Aufschwung kann zwar noch keine Rede sein", mahnt Verbandsgeschäftsführer Gotthard Graß, doch erwartet er eine leichte Erholung. Nach einem Umsatz von rund 153 Milliarden Euro in diesem Jahr soll 2004 dann ein leichtes Wachstum von ein bis zwei Prozent erreicht werden.
Sorgen bereitet der Branche besonders die Inlands-Nachfrage. "Die erwartete Aufwärtsentwicklung wird also wieder einmal fast ausschließlich vom Export getragen", so Graß. In den ersten neun Monaten dieses Jahres meldet der ZVEI für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie einen Umsatz von 112 Milliarden Euro, das sind 1,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Trotz einer sich aufhellenden Nachfrage liege der Umsatz auch im dritten Quartal noch fast zwei Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. "Wesentliche Ursachen sind neben der aktuellen Konjunkturschwäche der anhaltende Preisdruck, der Höhenflug des Euro sowie die zunehmende Verlagerung der industriellen Wertschöpfung an kostengünstigere Standorte."
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) legte unterdessen Außenwirtschaftszahlen vor, die diesen Trend belegen. Zur Elektroindustrie schrieb der Verband: "Die zu Beginn des Jahres aufgekommenen Hoffnungen auf ein exportinduziertes Wachstum der deutschen Elektroindustrie haben im weiteren Verlauf einen Dämpfer erhalten. Legten die Ausfuhren zwischen Januar und März noch um drei Prozent zu, so nahmen sie im folgenden Quartal um vier Prozent ab, sodass sich für das erste Halbjahr 2003 ein Rückgang um 0,5 Prozent errechnet." Für das gesamte Jahr 2003 geht der BDI deshalb von einer Stagnation auf Vorjahresniveau aus.
Allerdings bessere sich die Stimmung in der Branche. Die aktuelle Ertragsumfrage, die der ZVEI unter seinen Mitgliedern durchführt, gebe ebenfalls Anlass zu etwas mehr Hoffnung: Danach scheinen die Restrukturierungsprogramme in vielen Unternehmen zu einer Stabilisierung der Erträge zu führen. Die ertragsbeeinflussenden Faktoren werden nun deutlich weniger negativ eingeschätzt als noch im Frühjahr. Für 2004 lägen die Erwartungen überwiegend im positiven Bereich.
Die Kapazitätsauslastung habe sich von 78 Prozent im Juni auf gut 80 Prozent im September erholt. Die sich nun langsam erholende Nachfrage mache zuversichtlich, bei der Umsatzentwicklung bis Jahresende nahe an die Null heranzukommen. (tol)