Initiative D21 fordert Bundesbeauftragten für Informationstechnologie

Der IT-Beauftragte solle eine ähnliche Koordinierungsrolle spielen wie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und beim Kanzleramt oder im Innenministerium angesiedelt sein.

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  • dpa

Die IT-Initiative D21 setzt sich für einen Bundesbeauftragten für Informationstechnologie ein. "Wir bräuchten einen IT-Chef, der die Beteiligten an einen runden Tisch bringt", sagte der D21-Vorstandsvorsitzende und frühere IBM-Chef Erwin Staudt vor dem Jahreskongress des Vereins in Köln. "Wir benötigen einen Masterplan: Wo investieren wir, wo gehen wir raus, welche Standards wird es geben. Das müssen wir jetzt umsetzen." Durch das föderative System sei die IT-Landschaft auf Bundesebene, in den Kommunen, an Schulen oder im öffentlichen Dienst ein "Flickenteppich". Beim Angebot von Behördendiensten im Internet sei Deutschland "auf einem Niveau mit Portugal".

Der IT-Beauftragte solle eine ähnliche Koordinierungsrolle spielen wie die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und beim Kanzleramt oder im Innenministerium angesiedelt sein. D21 ist eine 1999 gegründete Initiative, die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen auf dem Weg in die Informationsgesellschaft unterstützt. Der Jahreskongress am Freitag auf dem Kölner Messegelände steht unter dem Motto "Neue Jobs durchs Internet". Die IT-Branche war in den vergangenen beiden Jahren in eine schwere Krise gestürzt. Für 2004 erwartet Staudt jedoch ein Wachstum von etwa zwei Prozent in Deutschland; dadurch würden auch wieder neue Arbeitsplätze entstehen.

Mehr als die Hälfte aller Deutschen seien inzwischen im Internet, fast alle Schulen hätten Zugang zum Netz, betonte Staudt, der im Hauptberuf mittlerweile Präsident des VfB Stuttgart ist. "Die Schulen sind drin, aber zu spät." Die PISA-Studie habe gezeigt, dass Länder, die noch früher auf Online-Technologie setzten, einen Vorsprung erzielen konnten. Die Initiative D21 will sich künftig verstärkt dem Thema widmen, wie Unternehmen über das Internet IT-Dienstleistungen je nach Bedarf -- wie Strom aus der Steckdose -- nutzen können. "Dafür brauchen wir Berater, Programmierer und kreative Köpfe", sagte Staudt. Entscheidend sei, dass in den Schulen und an den Universitäten Kompetenz im Umgang mit elektronischen Medien als "vierte Kulturtechnik" nach Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt werde. (dpa) / (jk)