Microsoft bastelt an Exchange

Ursprünglich hatte Microsoft als Groupware unter Windows Server 2008 R2 ausschließlich das aktuelle Exchange 2010 vorgesehen. Kundenproteste, man müsse auch Exchange 2007 auf dieser Plattform nutzen, machen den Entwicklern in Redmond nun einige Arbeit.

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Von
  • Jürgen Kuri

Microsofts Groupware Exchange greift offenbar so tief in die Interna des Betriebssystems ein, dass sie ausschließlich in der gerade erschienenen Version 2010 mit dem ebenso neuen Windows Server 2008 R2 zusammenspielt. Admins, denen anlässlich des Umstiegs auf das neue Betriebssystem vor der gleichzeitigen Migration von Exchange 2007 auf dessen Nachfolger graut, haben die Microsoft-Entwickler für die zweite Jahreshälfte 2010 eine Abhilfe in Aussicht gestellt. Ursprünglich hieß es in Redmond, man habe nur nicht genug Ressourcen übrig gehabt, um das Zusammenspiel von Exchange 2007 und Windows Server 2008 R2 gebührlich auszutesten.

Vielen Kunden kommt indes der Upgradezwang auf eine neue Exchange-Version zu früh. Der Umstieg gerät mitunter ser aufwendig, und viele der angepriesenen Neuerungen wird man ohnehin erst nutzen können, wenn Mitte 2010 auch das fertige Client-Programm Outlook 2010 herauskommt. Kein Wunder, dass Microsoft einige Beschwerden über diese Produkt-Politik erntete. Der Software-Riese ruderte zwar schnell zurück und versprach, die Misere mit einem Update für Exchange 2007 zu beheben. Doch die jüngste Botschaft zum Thema lässt erahnen, dass die Aufgabe etwas schwieriger ist und dann gleich ein ganzes Service-Pack 3 rechtfertigen wird.

Immerhin kann man bei Bedarf das Betriebssystem direkt auf den Versionsstand vor R2 donwgraden und darf es später auch wieder kostenlos upgraden, wenn Exchange 2010 angesagt ist. Alternativ darf man offenbar auch unter Server 2008 R2 eine Instanz des zurückgestuften Systems in einer virtuellen Maschine installieren und dort Exchange 2007 betreiben, ohne dass durch das doppelt installierte Betriebssystem zusätzliche Lizenzkosten anfielen.

Ohne derlei Klimmzüge ist den Entwicklern die Erfüllung eines anderen Kundenwunsches gelungen: Exchange 2003 SP2 soll sich ab sofort gegenüber einem schreiboffenen Active Directory auf Windows Server 2008 R2 ausweisen können, sodass der neue Server als Domain Controller agieren und Exchange-Benutzer autenthisieren kann. (hps/ct) / (jk)