Bauarbeiten an Chipfabrik gehen trotz offener Fragen weiter

Die Stadt Frankfurt (Oder) will sich zudem in der kommenden Woche Klarheit zur Chipfabrik im Potsdamer Landtag verschaffen.

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  • dpa

Die Bauarbeiten an der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) werden trotz der weiterhin ungeklärten Finanzierung des Projekts nicht unterbrochen. Es werde zügig die Produktionshalle gebaut. Der Rohbau soll Ende des Jahres fertig gestellt sein, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Communicant am Donnerstag in Frankfurt. Communicant befasse sich derzeit mit dem Gutachten des US- Marktforschungsinstituts Gartner zur Chipfabrik.

"Es laufen Sondierungsgespräche", erläuterte der Sprecher. Dabei gehe es unter anderem um Konsequenzen, die aus der Analyse gezogen werden könnten. Das Gutachten war von der Bundesregierung in Auftrag gegeben worden. Zum Inhalt wurde offiziell nichts bekannt. Gartner hatte die Wirtschaftlichkeit der 1,3 Milliarden Euro teuren Hightech-Schmiede unter die Lupe genommen; nach Informationen des Tagesspiegel sieht das Institut nur Chancen für das Vorhaben, wenn an den Planungen wesentliche Abstriche vorgenommen werden und eine Marktanpassung erfolgt.

Eine Entscheidung des Bund-Land-Bürgschaftsausschusses über eine 80-prozentige Absicherung eines 650-Millionen-Euro-Kredits ist weiterhin offen. Das Gremium hatte sich mehrfach vertagt. Ein neuer Termin sei nicht bekannt, sagte der Communicant-Sprecher. Hauptfinanzier der Fabrik, die zu den größten Industrie-Investitionen in Ostdeutschland zählt, ist das Emirat Dubai mit 250 Millionen US-Dollar.

Die Stadt Frankfurt (Oder) will sich in der kommenden Woche Klarheit zur Chipfabrik im Potsdamer Landtag verschaffen. Delegierte aus den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung wollen dafür die nächste Fragestunde im Landtag nutzen, sagte ein Sprecher des Frankfurter Bürgerbündnisses gegenüber dpa. "Wir fühlen uns nicht so richtig informiert." Dem Bürgschaftsausschuss gehören auch Vertreter aus dem Potsdamer Finanz- sowie Wirtschaftsministerium an. (dpa) / (jk)