Cisco hilft Stadtplanern bei der Öko-Kartierung
Umwelt- und Verkehrsdaten in Amsterdam und San Francisco sind künftig öffentlich im Web einsehbar, aufgeschlüsselt nach Stadtbezirken. Mit Online-Ranglisten wollen die Bürgermeister ihre Bürger zum Wettstreit um die grünste Stadt anstacheln.
Nach San Francisco im Mai hat Netzausrüster Cisco nun auch die niederländische Hafenmetropole Amsterdam für sein Projekt "Urban Ecomaps" gewonnen. Der Konzern richtet dazu ein Netzwerk aus drahtlos vernetzten Messpunkten ein sowie eine Web-gestützte Arbeitsplattform zur Auswertung und Veröffentlichung der Daten.
Als wichtigstes Signal sieht Amsterdams Stadtoberhaupt Job Cohen, dass jeder Bürger für seinen Stadtteil Informationen über Schadstoffausstoß, Abfallaufkommen, Verkehrsaufkommen und Energieverbrauch abrufen und mit anderen Bezirken vergleichen kann. Allein die Messbarkeit der Daten bewirke beispielsweise beim Stromverbrauch in der Regel schon Verbesserungen um die zehn Prozent, bekräftigte Ciscos Globalisierungsbeauftragter Wim Elfrink. Auch San Franciscos Stadtvater Gavin Newsom hält einen offenen Wettbewerb für den besten Anstoß, weitere globale Ballungszentren zum Mitmachen zu gewinnen. In den nächsten zwei Jahren sollen bis zu 20 Metropolen beteiligt sein, erwartet Elfrink.
Urban Ecomaps ist Teil von Ciscos Projekt Connected Urban Development, die auf eine Initiative des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton zurückgeht. In der daraus entstandenen Städteorganisation Metropolis sind weltweit über 100 Stadtzentren zusammengefasst, die nach gemeinsamen Lösungen und technischen Standards für Stadt-, Verkehrs- und Gebäudeplanung suchen und den Ressourcenverbrauch steuern und optimieren wollen.
Cisco sieht in der urbanen Verkehrs- und Energieplanung sowie in der öffentlichen Kommunikations- und Gebäudetechnik der Städte ein neues, lukratives Betätigungsfeld. Durch die vollständige Vernetzung aller Energieverbraucher – also elektronische Geräte und technische Anlagen – ließen sich Informationen über Zustand und Umgebung aller Systeme sammeln und auswerten. Mit der IPSO Alliance (IP for Smart Objects) etwa hat die IT-Industrie auch schon erste Schritte in diese Richtung getan. (anw)