Telekom räumt im Lobbying-Bereich auf
Der neue Chef-Lobbyist der Deutschen Telekom hat mitten in der Hochzeit der Novelle des TK-Gesetzes zwei altgediente "Politikberater" des Hauses ihrer Aufgaben entbunden.
Peter Heinacher, seit Juli Leiter des Zentralbereichs politische Interessenvertretung und Regulierungsgrundsätze bei der Deutschen Telekom, hat zwei alte Hasen im Lobbying-Geschäft des Altmonopolisten ihrer Aufgaben entbunden. Sowohl der kommissarische Stellvertreter seines Vorgängers Hans-Willi Hefekäuser, der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Andreas Krautscheid, als auch der Leiter des Berliner Büros für Bundesangelegenheiten, der SPD-Parteigänger Karlheinz Maldaner, müssen sich künftig anderweitig verdingen.
Die Abberufung der beiden Lobbyisten durch ihren neuen Chef kommt überraschend, da beide gerade alle Hände voll zu tun hatten mit der außerparlamentarischen "Betreuung" der umstrittenen Reform des Telekommunikationsgesetzes (TKG). Maldaner war es Mitte Oktober noch gelungen, zahlreiche Abgeordnete beim "Herbstfest" des Konzerns in dessen Hauptstadt-Repräsentanz zu begrüßen. Auch der gesamte Telekom-Vorstand feierte bei dem Lobby-Treff mit den Parlamentariern. Die Konkurrenten des Platzhirschen beklagen zudem, dass die Telekom in der jüngsten Phase der TKG-Novelle punkten konnte. Einen Arbeitsvorwurf konnte Heinacher seinen Kollegen folglich wohl kaum machen. Trotzdem überstanden die beiden Politikbeauftragten des Hauses ihre viermonatige "Probezeit" unter dem neuen, aus dem Medienbereich kommenden Vorgesetzten nicht. Die "Chemie" habe einfach nicht gestimmt, heißt es in Unternehmenskreisen. (Stefan Krempl) / (jk)