Überwachungsroboter für Einsatz im Freien vorgestellt

Einen Überwachungsroboter für den Einsatz im Freien hat die Berliner Firma Robowatch am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt.

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Von
  • Wolfgang Stieler

Einen Überwachungsroboter für den Einsatz im Freien hat die Berliner Firma Robowatch am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt. Das nach Angaben der Firma weltweit einmalige Modell OFRO ist speziell für den Einsatz in großen Außenarealen entwickelt. Der wetterfeste Roboter kann nach Firmenangaben per Infrarotkamera ein Areal von rund 10.000 Quadratmetern erfassen und Eindringlinge an eine Zentrale melden.

Der Roboter ist neben der in einen drehbaren Sensorkopf integrierten Thermokamera mit zwei Ultraschall-Distanzsensoren, einem GSM-Modul und WLAN sowie DGPS-Empfänger mit Korrekturdatenempfänger (EPS) ausgestattet. Auf Ketten erreicht das in der Grundausstattung 50.000 Euro teure Gerät 7 km/h. Nach Angaben von Robowatch ist das Gerät in der Lage, anhand von Wärmemustern Menschen von Tieren zu unterscheiden. Seine Informationen überträgt der Roboter in Echtzeit per WLAN an eine Sicherheitszentrale, wo Menschen über den weiteren Einsatz entscheiden. Eine Bewaffnung der "landgestützten Drohne" werde Robowatch nicht anbieten, sagte Robowatch-Geschäftsführer Ulf Stremmel.

Der Firma liegen nach eigenen Angaben vier Vorbestellungen für das 50 Kilogramm schwere Gerät vor, das nach 12 Stunden Streifendienst selbstständig die Ladestation anläuft. Als mögliche Einsatzgebiete nannte Robowatch Flughäfen, Gefängnisse, Atomkraftwerke sowie militärische und industrielle Liegenschaften.

Von einem ähnlichen Roboter für den Innenbereich hat Robowatch nach eigenen Angaben bereits 200 Stück verkauft, die unter anderem zur Überwachung von Museen und Autofabriken eingesetzt werden. Dabei verfolgt die Firma, rein technisch betrachtet, einen ausgesprochen pragmatischen Ansatz. Die Roboter sind eigentlich mehr "rollende Alarmanlagen" als das, was man in Science-Fiction-Filmen unter dieser Überschrift geboten bekommt. Der MOSRO (MObiles Sicherheits-ROboter-System)-- ein schlanker, rund 1,5 Meter hoher Zylinder, der von einem auffälligen roten Warnlicht gekrönt wird -- fährt eine Reihe vordefinierter Wegmarken ab und überträgt Bilder und Sensordaten zu seiner Zentrale. Wenn seine Sensoren verdächtige Bewegungen melden, richtet er die Kamera in diese Richtung und fordert den unbekannten Eindringling zur Identifikation auf -- beispielsweise per Fingerabdruck-Sensor oder Chipkarte. Im Inneren des Roboters arbeitet ein Industrie-PC mit einem auf 800 Mhz getakteten Crusoe-Prozessor unter Red Hat Linux 7.0. Kamerabilder und Statusmeldungen überträgt auch diese Maschine per drahtlosem Netzwerk an einen PC, auf dem der "Zentralist" bis zu 20 seiner mechanischen Nachtwächter überwachen kann. Für Privatkunden hat Robowatch zudem einen "kleinen Bruder" von MOSRO im Angebot: Der MOSRO Mini ist rund 28 Zentimeter hoch und mit Infrarotmelder und Videokamera ausgestattet. Mit einer Akku-Ladung schnurrt der Roboter rund sechs Stunden durchs Haus. (wst)