Online-Redaktion von n-tv auf dem Prüfstand
Die Gesellschafter des Nachrichtensenders könnten dem Internet-Portal den Saft abdrehen.
Beim privaten Berliner Nachrichtensender n-tv laufen die Verhandlungen über den Haushalt 2004. Der 20-köpfigen Online-Redaktion von n-tv.de könnte das den Garaus machen. "Diese Spekulationen kommentieren wir nicht", sagte n-tv-Sprecherin Tina Adlersztejn gegenüber heise online. "Das Produkt n-tv.de bleibt aber auf jeden Fall erhalten", stellte sie klar. Zurzeit laufen die Gespräche darüber, wie es für das Nachrichtenportal im Internet weitergeht. Damit schloss die Sprecherin aber auch nicht aus, dass das Angebot ausgelagert oder an RTL Newmedia übergeben werden könne. "Bei Online-Redaktionen stellt sich die Frage nach dem Standort naturgemäß nicht", meinte Adlerszteijn.
Das kommende Jahr wird nicht einfach, soviel ist klar: Die Gesellschafter des Senders wollen endlich Gewinne sehen, nachdem im vergangenen Jahr Verluste in Höhe von etwa 23 Millionen Euro angefallen waren und Brancheninsider auch für dieses Jahr von einem großen Fehlbetrag ausgehen. So sei im laufenden Jahr der Bruttoumsatz um 34,5 Prozent eingebrochen.
RTL hatte im vergangenen Jahr von der Verlagsgruppe Holtzbrinck knapp 49 Prozent der Anteile an n-tv erworben. Der Medienkonzern Time Warner hält fast 50 Prozent. Daneben ist die kleine Verlagsgruppe Norman Rentrop (Die Geschäftsidee) mit 1,6 Prozent beteiligt. Bereits in den vergangenen Monaten hatte n-tv etwa 70 seiner 350 festen Mitarbeiter entlassen. (tol)