Amelio: Wozniak als Berater, Apple-OS fĂĽr Intel-PCs?

Mächtig Gegenwind bekam Apples CEO Gilbert Amelio auf der Aktionärsversammlung am 5.

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Von
  • Carsten Meyer

Mächtig Gegenwind bekam Apples CEO Gilbert Amelio auf der Aktionärsversammlung am 5. Februar in Cupertino zu spüren. Die auf 15,25 US-Dollar gefallene Aktie, der von 11,1 auf 9,8 Milliarden Dollar gesunkene Jahresumsatz und Verluste in Höhe von 816 Millionen Dollar im Fiskaljahr 1996 sorgten für eine gereizte Stimmung unter den anwesenden Anlegern, die immerhin 88% des Aktienvolumens stellten. Die Hörerschaft ließ sich erst besänftigen, als Amelio verkündete, daß es so lange keine Bonuszahlungen für die Top Executives geben werde, bis Apple wieder stabil schwarze Zahlen schreibe.

Im Gegensatz zu Gerüchten, Apple wolle sich mittelfristig zu einer reinen Software-Firma wandeln, versicherte Amelio, es bleibe bei dem bisherigen Geschäftsmodell eines Unternehmens mit eigener Hardware-Entwicklung und -Produktion neben der Betriebssystem-Entwicklung und -Lizenzierung. Es werde möglicherweise auch ein Apple-Betriebssystem für Intel-Plattformen geben: Man müsse ein "verdammter Dummkopf" sein, würde man das Potential der installierten PCs nicht ausschöpfen. Einen solchen Schritt überlege man bei Apple schon seit fünf Jahren, jedoch ermögliche erst das Rhapsody-Konzept eine einfache Portierung. Eine Version für Unix-Rechner habe man ebenfalls angedacht.

Apples OS-Entwickler Tevanian und Gable relativierten diese Aussage allerdings später: Beide Lösungen müssen natürlich ohne den als "Blue Box" bezeichneten System-7-Emulator auskommen, und persöhnlich hielte man nichts von einem Port für Intel-PCs. "Von diesen Kisten gibt es schon genug", so Gable wörtlich.

Analysten erwarten indes, daĂź den Umstrukturierungen zwecks Einsparung von 400 Millionen Dollar ĂĽber 2000 Stellen zum Opfer fallen werden. Selbst in den oberen Etagen tut sich etwas: Marketing-Stratege Satjiv Chahil ist bereits gegangen, und im "Executive Committee" wird Amelio nun nicht nur von Steve Jobs, sondern auch von Apple-MitgrĂĽnder Stephen Wozniak beraten, der vor ĂĽber zehn Jahren bei Apple ausgeschieden war. (cm)