Kazaa-Betreiber startet Marketing-Kampagne

Sharman Networks will die Musikindustrie mit einer Print- und Online-Kampagne von den Vorteilen der P2P-Tauschbörse überzeugen.

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Der Betreiber der Internet-Musiktauschbörse Kazaa, Sharman Networks, will mit einer Marketing-Kampagne in Print- und Online-Medien die Verbraucher mobilisieren. Mit dem Motto "Join the Revolution" ruft das Unternehmen in einer Art offenen Brief auf, der Unterhaltungsindustrie die Botschaft zu übermitteln, dass die P2P-Technik ein wirksamer Vertriebskanal für urheberrechtlich geschütztes Material sei. Die Anzeigen sollen diese Woche unter anderem in großen US-amerikanischen und britischen Tageszeitungen sowie im Musikmagazin Rolling Stone erscheinen.

Ein Teil der Kampagne richtet sich auch direkt an die Industrie. Sie solle sich dessen besinnen, dass Kazaa über 60 Millionen Nutzer habe. Die Industrie solle ihnen ihre Inhalte zur Verfügung stellen und von der Vorstellung abkommen, die Tauschbörsennutzer seien allesamt Musikpiraten. Nikki Hemming, CEO von Sharman Networks, meint, es sei für die Unterhaltungsindustrie Zeit, auf die Bedürfnisse der Verbraucher zu reagieren, die bereit seien, Musik, Filme und andere Inhalte über neue Vertriebswege zu erwerben.

Die Anzeigen sollen die Leser auch auf spezielle Seiten der Kazaa-Homepage aufmerksam machen. Dort sollen die Nutzer demonstrativ lizenzierte Musikstücke, Spiele oder Filme herunterladen, ihre Erfahrungen damit schildern und dazu motiviert werden, an einer Umfrage oder an Diskussionsforen teilzunehmen. Die Musikindustrie soll überzeugt werden, dass P2P-Netze den Vertrieb von Inhalten so kostengünstig wie noch nie gemacht hätten. Die Nutzer wiederum hätten den Vorteil, ihre Musik frei zusammenstellen zu können und nicht wie bislang 20 US-Dollar für eine CD mit einem oder zwei guten Stücken ausgeben zu müssen, schreibt Hemming in einem Brief. (anw)