Bitkom und BDI insistieren bei Gesundheitskarte
Damit die elektronische Gesundheitskarte wie geplant im Januar 2006 starten kann, fordern die Verbände mehr Einsatz von der Bundesregierung.
Der Unternehmerverband Bitkom und der Bundesverband der Industrie (BDI) sind sich einig: Auf ihrer heutigen Gemeinschaftsveranstaltung zum Thema "Electronic Health" in Düsseldorf haben die beiden Lobbyverbände von der Bundesregierung zusätzliche Anstrengungen gefordert, damit eine elektronische Gesundheitskarte wie geplant bundesweit zum 1. Januar 2006 eingeführt werden kann. So seien weitere Anstrengungen nötig, um noch offene Fragen zur Organisation, Technik und Akzeptanz zu lösen. Mit der Karte allein sei nur wenig erreicht. "Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft müssen auf allen Ebenen gemeinsam handeln, damit das Projekt erfolgreich sein kann", so Andreas Bernhardt, Vorsitzender des BDI-Multimedia-Ausschusses und Mitglied des Bitkom-Hauptvorstands.
Die technischen und organisatorischen Anforderungen an eine einheitliche, durchgängige ITK-Architektur im deutschen Gesundheitswesen sind nach Ansicht der Verbände enorm. "Die entscheidenden Weichenstellungen und der größte Teil der Arbeit liegen noch vor uns", meinte Bernhardt. Allein um die notwendigen rund 70 Millionen Gesundheitskarten innerhalb des dafür vorgesehenen einen Jahres bereitstellen zu können, müssen jeden Werktag 350.000 Chipkarten produziert, personalisiert und mit einem Passbild versehen werden. Die einzusetzenden ITK-Systeme müssen vom ersten Tag an hoch verfügbar sein. Insgesamt gilt es Millionen von Versicherten, 270.000 Ärzte, 77.000 Zahnärzte, 2000 Krankenhäuser, 22.000 Apotheken und 300 Kassen einheitlich zu vernetzen. Eine weitere Herausforderung sieht Bitkom darin, die derzeit über 200 unterschiedlichen Softwaresysteme für Arztpraxen und mehr als 10 Krankenhaus-Informationssysteme zu harmonisieren. (tol)