Schwache Halbleitersparte belastet Zeiss-Konzern
Im vergangenen Geschäftsjahr fiel beim Technologiekonzern vor Zinsen und Steuern ein Verlust von 67 Millionen Euro an.
Ein beispielloser Einbruch in der wichtigen Halbleitersparte hat den Technologiekonzern Carl Zeiss in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr ins Minus gedrückt. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel ein Verlust von 67 Millionen Euro an, wie das Unternehmen mit Sitz in Oberkochen am heutigen Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Im Vorjahr hatte Zeiss mit Tochterfirmen in Jena operativ noch 343 Millionen Euro verdient. Der Umsatz sank um 23 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.
Vergleichsweise gut liefen die Geschäfte noch in der Medizintechnik und in der Optiksparte. Von der Wirtschaftskrise hart getroffen wurde allerdings die Halbleitertechnik. Dort brachen die Erlöse wegen einer geringen Nachfrage um 62 Prozent auf 386 Millionen Euro ein. Seit September gehe es aber auch in diesem Geschäftsbereich aufwärts, sagte Vorstandsvorsitzender Dieter Kurz. Das Unternehmen habe bereits einen Anstieg beim Auftragseingang im zweistelligen Prozentbereich verbucht.
"Wir sind mit Rückenwind ins neue Geschäftsjahr gestartet und gehen von einer Trendwende aus", sagte Kurz. Die ersten zwei Monate des aktuellen Geschäftsjahres seien für den Konzern profitabel gewesen. Der Umsatz sei um 10 Prozent nach oben geklettert. Für das Gesamtjahr 2009/10 sei das Unternehmen daher optimistisch. "Wir wollen schwarze Zahlen beim operativen Ergebnis schreiben", sagte Kurz. Konkrete Zahlen nannte er nicht.
Die Mitarbeiterzahl blieb relativ konstant. Weltweit beschäftigte Zeiss zum Bilanzstichtag 12.872 Menschen, davon 8310 in Deutschland. Bis September 2010 wird Zeiss keine betriebsbedingten Kündigungen aussprechen. Für diese mit der Gewerkschaft Mitte des Jahres verhandelte Beschäftigungsgarantie müssen die Mitarbeiter allerdings Gehaltseinbußen einstecken und auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten. Außerdem wird eine Tariflohnerhöhung verschoben. Dadurch habe Zeiss mehr als 100 Millionen Euro einsparen können, sagte Kurz. Derzeit arbeiten noch 900 bis 1000 Mitarbeiter kurz. In der Spitze waren 1600 Beschäftigte in Kurzarbeit. (anw)