Edeka sieht Aufsichtsrat von Spitzel-Vorwurf entlastet
Gutachten von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben nach Angaben der Lebensmittelkette unter anderem ergeben, dass weder Peter Simmel noch seine Simmel AG Mitarbeiter im Rahmen von Taschen- und Autokontrollen genötigt haben.
Edeka-Aufsichtsratschef Peter Simmel ist nach Angaben der Lebensmittelkette von Bespitzelungsvorwürfen entlastet. Das gehe aus zwei Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) und der Rechtsanwaltskanzlei KKP Köning & Partner hervor, sagte eine Edeka-Sprecherin am heutigen Donnerstag in Hamburg. Sie bestätigte einen Bericht der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).
Simmel betreibt 32 Edeka-Märkte in Sachsen, Thüringen und Bayern mit rund 1000 Beschäftigten. Nach einem Bericht des Magazins Focus Ende November, demzufolge Simmel Mitarbeiter von Privatdetektiven überwachen ließ, hatte die Gewerkschaft Ver.di Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Simmel hatte die Vorwürfe bestritten und eine Prüfung durch unabhängige Wirtschaftsprüfer angekündigt.
Die FAZ berichtet von einem Schreiben des Edeka-Vorstandsvorsitzenden Markus Mosa an die Entscheidungsgremien der genossenschaftlich organisierten Einzelhandelsgruppe, in dem er Bezug auf die Gutachten nimmt. Sie seien "eindeutig zu dem Schluss gekommen, dass die gegen Peter Simmel persönlich und die gegen die Simmel-Gruppe erhobenen Vorwürfe in ihrer Pauschalität irreführend und in der Sache nicht haltbar sind." Weder der Kaufmann noch seine Simmel AG (Grüna) hätten Mitarbeiter im Rahmen von Taschen- und Autokontrollen genötigt. "Zulässige und jederzeit angemessene" Kontrollmaßnahmen bei der Gruppe könnten nicht als Bespitzelung bewertet werden, zitierte die FAZ.
Die Gewerkschaft hatte auch Strafanzeige beim Rentenversicherungsträger Bund wegen des Verdachts auf Sozialversicherungsbetrug gestellt. Die Ausgabe von Warengutscheinen als Prämien- und Gegenleistung für Überstunden sei bei einer Lohnsteueraußenprüfung sowie durch eine Betriebsprüfung der Sozialversicherungsträger nicht beanstandet worden, berichtet die FAZ unter Berufung auf das Mosa-Schreiben. Darin weist der Vorstandschef auch den gegen Simmel erhobenen Verdacht der Steuerhinterziehung sowie des Sozialversicherungsbetrugs zurück. (anw)